Inkagurke im Fokus: Erste Saatguttausch-Börse startet in Schwerin
Inkagurke: Erste Saatguttausch-Börse in Schwerin

Inkagurke im Fokus: Erste Saatguttausch-Börse startet in Schwerin

Der Frühling erwacht, und mit ihm beginnt die Gartensaison. In Schwerin startet nun die erste Saatguttausch-Börse, ein Ereignis, das Hobbygärtner aus der gesamten Region anlockt. Im Mittelpunkt steht dabei die Inkagurke, eine seltene Gemüsesorte, die gerade ihren Siegeszug durch die Landeshauptstadt antritt.

Vielfalt und Nachhaltigkeit im Garten

Die Saatguttausch-Börse findet am 28. Februar in der Naturschutzstation Schwerin statt und bietet eine Plattform für den kostenlosen Austausch von Samen. Initiiert wurde sie von Julia Burghardt, der neuen Leiterin der Station, die selbst begeisterte Hobbygärtnerin ist. „Eine solche Börse dient der Erhaltung alter und bewährter Sorten und fördert die geschmackliche Vielfalt“, erklärt Burghardt. Im Handel sind oft nur Hybridsorten erhältlich, deren Samen nicht zur Aussaat taugen, was Gartenfreunde jährlich zu neuen Käufen zwingt. Die Tauschbörse spart daher nicht nur Geld, sondern unterstützt auch die regionale Anpassung von Pflanzen.

Teilnehmer können selbst gewonnenes Saatgut von Tomaten, Kürbis, Rote Beete, Möhren, Spinat, Kräutern und Blumen mitbringen, solange es korrekt beschriftet ist. Organisationen wie der Kulturgarten Schwerin, „Essbares Schwerin“ und „Natur im Garten“ sind mit gut gefüllten Samenboxen vertreten. Besonders hervorzuheben sind Pflanzen wie Natternkopf und Ochsenzunge, die als Festschmaus für Wildbienen dienen.

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Die Inkagurke: Ein neuer Star in Schwerin

Die Inkagurke, eine rankende Pflanze mit gurkenähnlichen Früchten, erobert derzeit Schwerin. Julia Burghardt brachte die Samen aus ihrem früheren Garten in Halle mit und testete sie erfolgreich im Kulturgarten. „Die Früchte schmecken frisch oder gebraten mit Paprika oder Schafskäse und eignen sich perfekt, um unansehnliche Ecken zu beranken“, schwärmt sie. Die Pflanze gedeiht im Freiland, wird von Insekten bestäubt und trägt so zur Biodiversität bei.

Neben dem Saatguttausch bietet die Börse auch Wissensvermittlung. Vorträge zu Themen wie „Naturnahes Gärtnern – Lebensräume schaffen“ und „Gemüse und Kräuteranzucht“ stehen auf dem Programm, um Gartenfreunde mit praktischen Tipps zu versorgen.

Weitere Events in der Region

Für alle, die nach der Schweriner Börse noch nicht genug haben, findet am 1. März das Saatgut-Festival in Rostock statt. Dieses Event lockt jährlich 600 bis 1000 Besucher ins Rathaus und präsentiert eine beeindruckende Vielfalt, darunter mindestens 50 Bohnensorten wie die Armenische Bohne oder die historische Krögersche Stangenbohne. Auch hier werden Samen kostenlos getauscht, mit der Möglichkeit zu Spenden für die aufwendige Ernte und Aufbereitung.

Weitere Termine im April in Schwerin und Demmin bieten zusätzliche Gelegenheiten zum Austausch. Zudem beteiligen sich in Mecklenburg-Vorpommern etliche Bibliotheken an einem Saatgut-Leihprojekt, bei dem Nutzer Samen ausleihen, ernten und zurückgeben können – ein innovativer Ansatz für nachhaltige Gemeinschaftsprojekte.

Die Saatguttausch-Börsen in Schwerin und Rostock sind mehr als nur Events für Gartenliebhaber. Sie fördern den Erhalt alter Sorten, stärken die regionale Vielfalt und tragen zu einem bewussteren Umgang mit natürlichen Ressourcen bei. Mit der Inkagurke als neuem Liebling der Stadt zeigt sich, wie lokale Initiativen die Gartenkultur bereichern können.

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