Niedersachsen versteigert wertvolle Nadelhölzer erstmals online - Neue Ära für Holzhandel
Die Niedersächsischen Landesforsten haben eine digitale Revolution im Holzhandel eingeläutet. Erstmals können wertvolle Nadelhölzer aus den Wäldern Niedersachsens und Mecklenburg-Vorpommerns online ersteigert werden. Bis kommenden Mittwoch, den 18. Februar 2026 um 10.00 Uhr, haben Interessenten die Möglichkeit, über ein spezielles Portal Gebote auf ausgewählte Douglasien, Lärchen und Kiefern abzugeben.
Pilotprojekt mit QR-Codes und digitaler Abwicklung
Auf zwei Lagerplätzen in Niedersachsen liegen insgesamt 926 Festmeter der edlen Hölzer bereit. Im Forstamt Oerrel im Heidekreis befinden sich 735 Festmeter, während auf dem zweiten Lagerplatz in Himmelsleiter im Forstamt Münden etwa 191 Kubikmeter lagern. Jeder einzelne Stamm ist mit einem QR-Code versehen, der sofortige Online-Gebote ermöglicht.
„Das ist unser Pilotlagerplatz, es kann sofort online ein Gebot abgegeben werden“, erklärt Revierförster Stefan Heidecke am Lagerplatz in Oerrel. „Zuvor mussten schriftliche Angebote per Post abgegeben werden, was deutlich umständlicher und zeitaufwändiger war.“
Qualitätsholz für anspruchsvolle Verwendungen
Bei den zur Versteigerung stehenden Hölzern handelt es sich um ausgesuchte Qualitätsstämme, die nicht nur von den Landesforsten, sondern auch von privaten und kommunalen Waldbesitzern stammen. „Das sind die besten Stämme, die wir anbieten können“, betont Heidecke.
Die edlen Nadelhölzer finden vor allem in folgenden Bereichen Verwendung:
- Möbelfurniere für hochwertige Einrichtungsgegenstände
- Dielen für anspruchsvollen Bodenbelag
- Fensterrahmen für langlebige Gebäudeausstattung
Für besonders hochwertiges Holz werden die Äste bereits in jungen Jahren entfernt, was zu einer gleichmäßigen Maserung und hervorragenden Verarbeitungseigenschaften führt.
Digitale Zukunft des Holzmarktes
Jobst Böttger, Pressesprecher der Landesforsten, sieht in der digitalen Versteigerung die Zukunft des Holzhandels: „Das wird die Zukunft. In Süddeutschland funktioniere das digitale Verfahren schon länger erfolgreich.“ Die Landesforsten erhoffen sich durch die Online-Plattform nicht nur eine effizientere Abwicklung, sondern auch die Gewinnung neuer Kunden.
Die Submissionen liefern den Forstbetrieben wichtige Erkenntnisse über die aktuellen Entwicklungen am Holzmarkt. „Wir sind gespannt auf die Gebote, es ist ja immer eine Blackbox“, meint Heidecke zur spannenden Frage der Preisbildung. Traditionell würden sich alle Interessenten vor Ort die Qualität des Holzes anschauen, doch die digitale Alternative biete neue Möglichkeiten.
Am 18. Februar 2026 um 10.00 Uhr schließt das Versteigerungsportal. Den Zuschlag erhält das jeweils höchste Gebot, womit die wertvollen Nadelhölzer ihren Weg zu neuen Verwendungszwecken finden werden.



