Waldbrandrisiko durch Klimakrise drastisch gestiegen
Die Klimakrise wirkt als massiver Beschleuniger für Waldbrände – eine aktuelle Untersuchung kommt nun zu alarmierenden Ergebnissen. Laut der Studie hat sich die Zahl der Tage mit hohem Waldbrandrisiko weltweit fast verdreifacht. Mehr als die Hälfte dieses dramatischen Anstiegs führen die Wissenschaftler direkt auf den menschengemachten Klimawandel zurück.
Studie zeigt deutliche Zunahme von Feuerwettertagen
Die in der Fachzeitschrift »Science Advances« veröffentlichte Studie analysiert erstmals global das Phänomen sogenannter Feuerwettertage. Diese sind charakterisiert durch außergewöhnlich warme, trockene und oft windige Bedingungen, die Waldbrände begünstigen. In den 15 Jahren ab 1979 gab es weltweit durchschnittlich pro Jahr nur 22 solcher Tage mit hohem Waldbrandrisiko. Die Jahre 2023 und 2024 verzeichneten hingegen mehr als 60 dieser gefährlichen Tage – ein Anstieg um fast das Dreifache.
Die fortschreitende Erderwärmung sorgt nicht nur für mehr Einzelbrände, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Regionen gleichzeitig von extremen Feuerbedingungen betroffen sind. Dies erschwert die Bekämpfung der Brände erheblich, da Hilfe aus angrenzenden Gebieten oft nicht verfügbar ist, wenn diese selbst betroffen sind.
Mensch bleibt Hauptauslöser für Waldbrände
Was die Brände konkret auslöst, bleibt in den meisten Fällen unklar. Doch unter den aufgeklärten Ursachen taucht ein Faktor immer wieder auf: der Mensch. Ein Funke, der von einem Mähdrescher springt, eine achtlos weggeworfene Zigarette oder andere menschliche Aktivitäten können ausreichen, um Wiesen, Sträucher und Bäume in Brand zu setzen. Die Ausbreitung von Glut und Flammen wird dann durch die veränderten klimatischen Bedingungen begünstigt.
Mehrere Faktoren tragen zum steigenden Waldbrandrisiko bei:
- Längere Trockenperioden entziehen den Böden in den oberen Schichten das Wasser
- Mischwälder mit verschiedenen Baumarten sind widerstandsfähiger als Nadelwälder
- Feuer breitet sich in Monokulturen schneller aus als in artenreichen Wäldern
Regionale Unterschiede bei der Entwicklung
Die Studie untersuchte 14 Weltregionen und fand dabei bemerkenswerte Unterschiede. Während in den meisten Regionen die Zahl der Feuerwettertage deutlich zunahm, verzeichnete nur Südostasien einen Rückgang. Die Wissenschaftler vermuten, dass dies auf feuchtere Bedingungen in dieser Region zurückzuführen ist.
Die Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit von Maßnahmen gegen den Klimawandel und für eine nachhaltigere Waldbewirtschaftung. Die Kombination aus menschlichen Aktivitäten und veränderten klimatischen Bedingungen schafft eine gefährliche Gemengelage, die weltweit die Gefahr von Waldbränden erhöht und die Bekämpfungsmöglichkeiten erschwert.



