Politiker packen mit an: Müllsammeln am Ludwigsluster Kanal
Am 22. März, dem von der UNO vor dreißig Jahren ins Leben gerufenen Weltwassertag, herrschte in Ludwigslust zwar kein Regen, dafür aber rege Betriebsamkeit am Ufer des Ludwigsluster Kanals. Landesministerin Jacqueline Bernhardt (Die Linke) und Bürgermeister Stefan Pinnow (parteilos) beteiligten sich gemeinsam mit zahlreichen Freiwilligen an einer ungewöhnlichen Aktion: dem Müllsammeln entlang des Gewässers.
Eine Woche für den Umweltschutz in der Stadt
Bürgermeister Stefan Pinnow erklärte, dass die Initiative von der Partei Die Linke angeregt worden sei, um anlässlich des Weltwassertags Müll an Gewässern zu beseitigen. „Dies passt perfekt zum städtischen Umwelttag, der von Montag bis Sonntag dieser Woche stattfindet“, so Pinnow. Während die Jugendfeuerwehren am Samstag im gesamten Stadtgebiet und den Ortsteilen aktiv werden, können Bürger in dieser Woche Säcke anfordern und selbst auf öffentlichen Flächen Müll sammeln. „Wir lassen die gefüllten Müllsäcke dann abholen“, versprach der Bürgermeister.
Globale Probleme und lokales Handeln
Landesministerin Jacqueline Bernhardt, im Schweriner Kabinett unter anderem für Gleichstellung zuständig, betonte die globalen Auswirkungen von Wasserknappheit, während sie am Ufer Flaschen und Coffee-to-go-Becher aus dem Grün zog. „Frauen in vielen Regionen der Welt müssen weite Wege zurücklegen, um Wasser zu holen. Das beeinträchtigt ihr Recht auf Bildung massiv“, sagte Bernhardt. Sie erklärte, dass man in Ludwigslust nicht nur über das Menschenrecht auf sauberes Wasser reden, sondern auch handeln wolle. Daher habe man diese Müllsammelaktion organisiert, um einen lokalen Beitrag zu leisten.
Kleine Ursachen, große Wirkung
Bernhardt rief eindringlich dazu auf, Alltagsmüll ordnungsgemäß zu entsorgen. „Schon ein einziger Zigarettenstummel kann bis zu 150 Liter Wasser verunreinigen“, warnte sie. Flaschen und andere Abfälle gehörten in den nächsten Mülleimer, und jeder könne so aktiv zum Schutz der Gewässer beitragen. In diesem Zusammenhang lobte sie ausdrücklich das Engagement des Bürgermeisters und der Freiwilligen.
Wiederkehrende Aktionen für nachhaltigen Schutz
Die Bundestagsabgeordnete Ina Latendorf (Die Linke) verwies auf wiederkehrende Müllsammelaktionen an Gewässern im Wahlkreis. Das Ziel sei es, die wertvolle Ressource Wasser zu schützen, da Verschmutzung nicht nur die Meere, sondern auch die Biodiversität und das Trinkwasser belaste. „In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Phasen mit wenig Regen. Daher ist es umso wichtiger, ein Zeichen für sauberes Wasser zu setzen und gleichzeitig das städtische Umfeld zu schützen“, betonte Latendorf.
Kommunale Aktionen als Baustein für die Zukunft
Der Weltwassertag verfolgt das übergeordnete Ziel, den Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung weltweit zu verbessern und die nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen zu fördern. Die UN betonen, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen. Entscheidend sei vielmehr das Zusammenwirken von Politik, Kommunen und Zivilgesellschaft. Kommunale Aktionen wie in Ludwigslust können dazu beitragen, Verschmutzung zu reduzieren und das Bewusstsein für Umweltthemen zu schärfen. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass langfristige Investitionen in Wassernetze, Abwasserbehandlung und Bildungsmaßnahmen unerlässlich sind, um die Versorgung mit sauberem Wasser dauerhaft zu sichern.



