Polarlichter über Norddeutschland: Erhöhte Chancen durch Sonnenaktivität
Viele erinnern sich noch an die spektakuläre Nacht im Januar, als Polarlichter sogar in Städten sichtbar waren. Jetzt, im März 2026, ist die Sonne wieder aktiv, und die Frage stellt sich: Wird es erneut ein Himmelsspektakel geben? Experten wie Björn Voss, Direktor des Hamburger Planetariums, bewerten die Chancen als leicht erhöht, aber nicht hoch.
Sonnenaktivität und Magnetfeld: Die Wissenschaft hinter den Polarlichtern
Polarlichter entstehen, wenn Massenauswürfe der Sonne – riesige Wolken aus geladenen Teilchen – auf das Magnetfeld der Erde treffen. In den vergangenen Stunden war dies der Fall, doch die erste Schockfront traf am Morgen ein, als es bereits hell war. Die Reaktion des Erdmagnetfelds war zu gering für eine Sichtung bei Dunkelheit. „Fazit ist, dass die Chance heute Abend gering, aber vorhanden ist“, so Voss.
Wetterbedingungen: Wo der Blick in den Himmel lohnt
Für eine wolkenfreie Sicht auf den Nachthimmel sind die Bedingungen im Norden Deutschlands nicht ideal. Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erklärt: „Prinzipiell ist es so, dass die besten Chancen auf geringe Bewölkung im westlichen Schleswig-Holstein und im mittleren Niedersachsen bestehen.“ Von der Ostsee und Nordseeküste breitet sich Nebel aus, der die Sicht beeinträchtigt. Zu Beginn der Nacht gibt es noch eine gute Wahrscheinlichkeit für einen fast unbedeckten Himmel, doch im Laufe der Nacht wird es nebelig-trüb. Der westliche Südniedersachsen bietet die besten Aussichten.
Jahreszeiten und Magnetfeld: Wann die Chancen am höchsten sind
Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, Polarlichter zu sehen, im März und April bis zu 50 Prozent höher als im Sommer oder Winter. Voss betont: „Das bedeutet aber nicht, dass wir mit einer ‚Flut‘ an Polarlichtern rechnen können.“ Die Ursache liegt in der Stellung der Erde zur Sonne und der Ausrichtung des Magnetfelds, die in diesen Monaten besonders günstig ist.
Vorhersagen und Tipps: Wie man Polarlichter am besten erlebt
Vorhersagen sind schwierig, da sich die Sonne in einer aktiven Phase befindet und das solare Maximum durchlaufen hat. Apps können Hinweise geben, wenn die Chance steigt. Voss rät: „Fotos zu machen lohnt also, aber man sollte nicht ständig auf den Handybildschirm starren.“ Einfache Handybilder zeigen Polarlichter oft deutlicher als das Auge. Zum Spotten sollte man immer in Richtung Norden blicken.



