Das Caricatura-Museum in Frankfurt am Main präsentiert eine umfassende Werkschau der renommierten Karikaturistin und Comiczeichnerin Katharina Greve. Die Ausstellung ist vom 27. Juni bis 17. Januar 2027 geöffnet und zeigt eine breite Palette ihrer Arbeiten, darunter Cartoons, Comics, Skizzen, Reinzeichnungen, fertige Werke sowie Einzelstücke der Malerei, Foto- und Objektkunst.
Bedeutende Karikaturen mit politischem Tiefgang
Museumsleiter Martin Sonntag betonte bei der Eröffnung am Donnerstag: „Ihre Karikaturen sind politisch bedeutsam und machen gleichzeitig Spaß.“ Die Schau bietet einen tiefen Einblick in Greves Schaffensprozess, von ersten Ideenskizzen bis zu den finalen Drucken.
Ein Highlight ist die Cartoon-Serie über die dicke Prinzessin Petronia, die seit 2015 entsteht. Petronia sitzt, ähnlich wie der Kleine Prinz, auf einem Kometklumpen im All – doch im Gegensatz zu diesem ist sie übel gelaunt, widersetzt sich den Erwartungen ihres Umfelds und kämpft um Selbstbestimmung. Die Serie thematisiert auf humorvolle Weise gesellschaftliche Normen und den Druck auf Individuen.
Das Hochhaus: 102 Etagen Leben in 3D
Ein weiteres zentrales Werk ist der Webcomic „Das Hochhaus: 102 Etagen Leben“ (2015–2017). Dieses wurde in der Ausstellung als fünf Meter hoher 3D-Comicstrip umgesetzt. Jede Etage des Hochhauses enthüllt eine Wohnung mit den Dialogen ihrer Bewohner, wodurch ein lebendiges Panorama urbanen Lebens entsteht. Die Installation lädt Besucher ein, in die Mikrokosmen der einzelnen Stockwerke einzutauchen.
Greves jüngste Buchpublikation, „Meine Geschichten von Mutter und Tochter“ (2025), ist eine Hommage an den Klassiker „Vater und Sohn“ von Erich Ohser (alias e.o. plauen). Die Ausstellung zeigt Skizzen, Vorzeichnungen und die farbige Ausführung dieser humorvollen Szenen, die die Beziehung zwischen Mutter und Tochter auf liebevoll-ironische Weise beleuchten.
Von der Architektur zur Karikatur
Katharina Greve wurde 1972 in Hamburg geboren und studierte Architektur an der Technischen Universität Berlin. Seit 2002 arbeitet sie als freiberufliche Künstlerin; ihre ersten Cartoons erschienen 2004. Ihre Arbeiten werden regelmäßig in renommierten Publikationen veröffentlicht, darunter Titanic, tageszeitung, Das Magazin, Süddeutsche Zeitung und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.
Greve hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Deutschen Cartoonpreis, den Sondermann-Förderpreis, den Kalenderpreis und den Max-und-Moritz-Preis. 2025 wurde sie zudem mit dem Geflügelten Bleistift in Bronze beim Deutschen Karikaturenpreis geehrt. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.
Die Ausstellung im Caricatura-Museum verspricht einen umfassenden Überblick über Greves vielseitiges Schaffen und unterstreicht ihre Bedeutung als eine der führenden deutschen Karikaturistinnen.



