Der Schriftsteller Ingo Schulze wird für seinen neuen Roman „Das Wasser im August“ mit dem Uwe-Johnson-Preis 2026 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird von der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft, dem Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg sowie der Kanzlei Gentz Rechtsanwälte und Notare vergeben. Die fünfköpfige Jury wählte Schulzes Werk aus einer Vielzahl eingereichter Texte aus den Bereichen Prosa und Essayistik aus.
Romankulisse als Hommage an Uwe Johnson
In ihrer Begründung hob die Jury hervor, dass Schulze mit seinem Roman in eine Region führe, die für Uwe Johnson und dessen Werk von entscheidender Bedeutung sei. Gemeint ist die „dicht umwaldete Seenplatte Mecklenburgs“ sowie Städte wie Güstrow oder Neubrandenburg. Diese Orte bildeten nicht nur den Hintergrund für Johnsons vierbändiges Romanepos „Jahrestage“, sondern seien auch in Schulzes Erzählung präsent. Der Roman erscheint offiziell erst Ende August 2026, doch die Auszeichnung wurde bereits jetzt beschlossen.
Preisverleihung im Rahmen der Uwe-Johnson-Tage
Die Verleihung des Preises findet am 18. September 2026 in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin statt, und zwar im Rahmen der Uwe-Johnson-Tage. Schulze, der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ist, hat zahlreiche Romane, Sachbücher, Essays und Kinderbücher veröffentlicht. Die Jury betonte, dass sein neues Werk eine vergangene Zeit mit ihren Hoffnungen, Utopien und Widersprüchen so dicht beschreibe, dass die politischen und historischen Umstände darin wie selbstverständlich anwesend seien.
Bedeutung des Uwe-Johnson-Preises
Der Uwe-Johnson-Preis wird seit 1994 verliehen und würdigt herausragende literarische Werke, die Bezugspunkte zur Poetik des 1984 verstorbenen Autors Uwe Johnson aufweisen. Die Werke sollen einen unbestechlichen Blick jenseits „einfacher Wahrheiten“ auf deutsche Geschichte, Gegenwart und Zukunft richten. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen renommierte Autoren wie Walter Kempowski, Jürgen Becker, Christa Wolf, Christoph Hein, Lutz Seiler, Jenny Erpenbeck und Iris Wolff.
Wechsel mit dem Förderpreis
Der Uwe-Johnson-Preis wird im jährlichen Wechsel mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis vergeben. Der Förderpreis ging 2025 an Kurt Tallert. Die Auszeichnung soll das literarische Schaffen im Sinne Johnsons fördern und die Erinnerung an den bedeutenden Schriftsteller wachhalten.



