Lukas Bärfuss‘ Essay: Eine Mutter, die ihr Kind nicht wollte
Lukas Bärfuss: „Königin der Nacht“ – Essay über seine Mutter

Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss wagt in seinem neuen Essay „Königin der Nacht“ eine schonungslose Annäherung an seine Mutter. Der 1971 in Thun geborene Dramatiker, Romancier und Publizist schildert darin seine Kindheit, die von Lieblosigkeit und plötzlichem Verschwinden der Mutter geprägt war.

Ein Leben ohne mütterliche Wärme

Bärfuss wuchs in einem Umfeld auf, das ihm wenig Geborgenheit bot. Seine Mutter zeigte ihm kaum Zuneigung, und ihre Abwesenheit hinterließ tiefe Spuren. Der Essay zeichnet das Porträt einer Frau, die ihr Kind offenbar nicht wollte und sich letztlich ganz aus seinem Leben zurückzog.

Die autobiografische Erzählung ist nicht nur eine persönliche Abrechnung, sondern auch eine literarische Suche nach Verständnis. Bärfuss versucht, die Motive seiner Mutter zu ergründen, ohne sie zu verurteilen. Dabei entsteht ein vielschichtiges Bild einer zerrütteten Mutter-Sohn-Beziehung.

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Literarische Verarbeitung von Traumata

Der Autor, bekannt für seine dramatischen Werke wie „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ oder „Malinois“, nutzt seine schriftstellerische Erfahrung, um die emotionalen Wunden zu verarbeiten. „Königin der Nacht“ ist ein weiteres Beispiel für sein Talent, persönliche Erfahrungen in universelle Literatur zu verwandeln.

Die Kritik lobt die Ehrlichkeit und sprachliche Präzision des Essays. Bärfuss gelinge es, die Leser mitzunehmen auf eine Reise in die Abgründe der menschlichen Psyche, ohne in Sentimentalität zu verfallen. Der Essay erscheint im Verlag Wallstein und ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.

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