Madonna kehrt mit neuem Album „Confessions II“ zurück
Madonna kehrt mit „Confessions II“ zurück

Madonna, die Pop-Ikone, die seit Jahrzehnten die Musik- und Popkultur prägt, bringt mit „Confessions II“ ihr erstes Studioalbum seit 2019 heraus. Der Titel knüpft an ihr 2005 erschienenes Erfolgsalbum „Confessions on a Dance Floor“ mit Hits wie „Hung Up“ an. Die Veröffentlichung ist für den 3. Juli geplant.

Provokative Kampagne sorgt für Gesprächsstoff

Bereits die Kampagne zum Album sorgt für Aufsehen. In einem vorab veröffentlichten Video strahlt Madonna und ihren Tänzern ein Laser aus dem Schritt, und sie feiert eine Party mit Supermodel Kate Moss und Schauspieler Benedict Cumberbatch. Das Albumcover zeigt die Sängerin unter einem transparenten lilafarbenen Schleier mit oberschenkelhohen Strümpfen und Pumps – und spielt mit religiöser Ikonographie, passend zum Titel, der auch mit „Beichten“ übersetzt werden kann.

Religiöse Wurzeln und Kindheit als Antrieb

Madonna, 1958 als Tochter einer erzkatholischen Familie mit italienischen Wurzeln geboren, sagt bis heute, die komplizierte Kindheit sei der Propeller gewesen, der sie angetrieben habe. Ihren Vater nennt sie einen „religiösen Roboter“, der sie selbst nie werden wollte. In einem Podcast-Interview erklärte sie kürzlich, sie glaube an das Universum und daran, dass ihr Schutzengel in schwierigen Zeiten zur Seite gestanden habe – etwa als sie mit 17 Jahren nach New York zog. „Im ersten Jahr wurde ich mit vorgehaltener Waffe überfallen, auf das Dach eines Gebäudes gezerrt, wo ich mit einem Messer im Rücken vergewaltigt wurde. Außerdem wurde dreimal in meine Wohnung eingebrochen“, erzählte Madonna dem Magazin „Harper's Bazaar“ in einem früheren Interview.

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„Like A Virgin“ als Tabubruch und Karriere-Katapult

Ihr erstes Album „Madonna“ mit Songs wie „Everybody“ wurde ein voller Erfolg. Doch es war die Auseinandersetzung mit kirchlichen Traditionen und der Rolle der Frau, die sie zum Weltstar machte. Bei den MTV Video Music Awards 1984 trat sie mit „Like A Virgin“ in einem Brautkleid auf, sang selbstbewusst über Sexualität und räkelte sich auf der Bühne – ein Tabubruch. Madonna wurde für viele Frauen zum Vorbild für selbstbestimmte weibliche Sexualität.

In den 1980er Jahren war Madonna ein Gegenentwurf zur konservativen Reagan-Ära in den USA, die von einer einflussreichen evangelikalen Bewegung für traditionelle Familienwerte und gegen Abtreibung und Gleichstellung Homosexueller stand. Besonders in der Aids-Krise engagierte sich Madonna öffentlich für Aufklärung und kritisierte scharf den Ausschluss Erkrankter.

Provokation als Kunstform und Selbstbestimmung

In den 90er Jahren wurde ihr Buch „Sex“ in vielen Ländern zensiert und gleichzeitig zum Bestseller. Empörung rief auch ihr Lied „Like a Prayer“ hervor, besonders bei der Kirche, wegen der Vermischung von christlicher Symbolik und Sexualität. Anfang der 2000er kam Kritik aus dem Vatikan an ihrer Aufführung von „Live To Tell“, bei der sie mit einer Dornenkrone an einem Kreuz hing. Madonna konterte mit einer Einladung an den Papst zu ihrem Konzert. „Manchmal muss man dick auftragen, damit die Leute aufwachen“, sagte sie einmal.

Madonna hat Provokation immer als Kunstform und Ausdruck ihres Anspruchs auf Selbstbestimmung eingesetzt. „Ich suche verzweifelt nach niemandes Zustimmung … und habe das Recht, wie jeder andere auch frei über meinen Körper zu bestimmen!“ Ihr erstes Tattoo ließ sie sich mit 62 stechen. Der Umgang mit ihrem Äußeren prägt auch ihre Auftritte: Bei den Grammys 2023 erschien sie mit stark verändertem Gesicht. 2012 sagte sie dem britischen „Mirror“: „Ich bin sicher nicht gegen Schönheitsoperationen, aber ich bin absolut dagegen, darüber diskutieren zu müssen.“

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