Die Berliner Philharmoniker haben ihr traditionelles Sommerkonzert auf der Waldbühne gegeben – unter drohenden Gewitterwolken. Chefdirigent Kirill Petrenko dirigierte Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie vor rund 22.000 Zuschauern. Die Stimmung war elektrisch, nicht nur wegen der Musik.
Gewitterstimmung über der Waldbühne
Bereits am Nachmittag zogen dunkle Wolken über Berlin auf. Viele Besucher hatten Regenschirme und Regenjacken dabei. Die Veranstalter blieben gelassen: „Wir haben Erfahrung mit wechselhaftem Wetter“, sagte ein Sprecher. Tatsächlich blieb es weitgehend trocken, nur vereinzelte Tropfen fielen.
Das Open-Air-Konzert der Philharmoniker ist seit Jahren ein Höhepunkt des Berliner Kultursommers. Die Waldbühne im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bietet Platz für bis zu 22.000 Menschen. In diesem Jahr war die Veranstaltung bereits Wochen im Voraus ausverkauft.
Beethovens Neunte als Programm
Die Wahl fiel auf Beethovens 9. Sinfonie, ein Werk, das für Freiheit und Völkerverständigung steht. Petrenko interpretierte das Stück mit großer Intensität. Die Musiker des Orchesters spielten mit sichtlicher Hingabe. Der Chor, bestehend aus Mitgliedern des Rundfunkchors Berlin, sorgte für die vokale Wucht im berühmten Schlusssatz „Ode an die Freude“.
„Es ist immer etwas Besonderes, dieses Werk unter freiem Himmel zu spielen“, sagte Petrenko in einer kurzen Ansprache vor dem Konzert. „Die Natur um uns herum verstärkt die Emotionen der Musik.“
Ein Sommerkonzert mit Tradition
Das Konzert der Berliner Philharmoniker auf der Waldbühne hat eine lange Tradition. Seit 1984 laden die Philharmoniker einmal im Jahr zu diesem Open-Air-Event ein. Es ist eine Gelegenheit für ein breites Publikum, das weltberühmte Orchester in entspannter Atmosphäre zu erleben. Die Kartenpreise sind mit 25 bis 60 Euro vergleichsweise moderat.
In diesem Jahr war das Konzert dem 100. Todestag des Komponisten Gustav Mahler gewidmet. Ursprünglich war Mahlers 2. Sinfonie geplant, doch kurzfristig wurde auf Beethoven umdisponiert. „Die Umstellung war eine Herausforderung, aber das Orchester hat sie hervorragend gemeistert“, erklärte ein Sprecher der Philharmoniker.
Publikumsreaktionen und Ausblick
Das Publikum dankte mit standing Ovations. Viele Besucher zeigten sich begeistert. „Die Kombination aus der Musik und der aufziehenden Gewitterstimmung war einmalig“, sagte eine Zuschauerin. Ein anderer Besucher ergänzte: „Petrenko hat die Spannung perfekt genutzt.“
Die Berliner Philharmoniker planen bereits das nächste Waldbühnen-Konzert für 2025. Ein genaues Datum steht noch nicht fest. Fest steht: Die Nachfrage wird wieder riesig sein.



