Der Kabarettist Konrad Beikircher ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 80 Jahren, wie seine Ehefrau Anne Beikircher der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Der gebürtige Südtiroler hatte sich dem rheinischen Dialekt und Wesen verschrieben und begeisterte sein Publikum mit humorvollen Einblicken in die Mentalität der Rheinländer. 60 Jahre lebte er im Rheinland, das zu seiner künstlerischen Heimat wurde.
Vom Gefängnispsychologen zum Bühnenprofi
Beikircher war musikalisch hochbegabt und studierte zunächst Musikwissenschaften in Wien mit dem Ziel, Profigeiger zu werden. In Bonn wechselte er zur Psychologie und arbeitete später als Gefängnispsychologe in Siegburg. Mit 39 Jahren kündigte er, um sich ganz dem Kabarett zu widmen. Seine Vielseitigkeit zeigte er nicht nur auf der Bühne, sondern auch als Buchautor und Musiker.
„Himmel un ääd“ und andere Erfolge
Sein bekanntestes Programm trug den Titel „Himmel un ääd“, das auch als Buch erschien. Für seine Verdienste um die Mundart und den Dialekterhalt wurde er mehrfach ausgezeichnet. In Nordrhein-Westfalen galt er als einer der populärsten Kabarettisten, doch auch bundesweit erlangte er Bekanntheit. Er trat mit seiner Kunst humorvoll und warmherzig auf.
Authentische Liebe zu den Menschen
Anne Beikircher schilderte, dass ihr Ehemann die Menschen mit seiner Kunst „umarmt“ habe. „Er hat die Menschen geliebt, das war authentisch. Und die Menschen haben ihn geliebt“, sagte sie der dpa. Beikircher lebte in Bonn-Bad Godesberg und hinterlässt fünf Kinder. Trotz gesundheitlicher Einschränkungen in den letzten Jahren stand er noch vor sechs Wochen auf der Bühne. Seine Frau betonte: „Er hat in unfassbarer Weise seinen Humor behalten.“
Abschied von einer Kabarettgröße
Mit Konrad Beikircher verliert die deutsche Kabarettszene einen Künstler, der rheinische Lebensart und feinsinnigen Humor vereinte. Seine Auftritte bleiben unvergessen. Die dpa übermittelte die Nachricht seines Todes am heutigen Tag.



