In der heutigen Ausgabe von „Bares für Rares“ sorgte ein Paar Designer-Stühle für ein Bietergefecht. Die beiden „Scissor Chairs“ von Pierre Jeanneret für Knoll International wurden für 2.300 Euro verkauft – deutlich über dem Schätzpreis von 1.000 bis 1.400 Euro. Die Stühle stammen aus der Erstausstattung eines Hauses aus dem Jahr 1957 und waren noch im Originalzustand.
Die Geschichte hinter den Stühlen
Magdalena aus Dortmund und ihre Nachbarin Vera brachten die Stühle in die Sendung. Magdalena hatte das ehemalige Haus von Veras Patentante übernommen, in dem die Stühle seit 1957 standen. Die Expertise ergab, dass es sich um „Scissor Chairs“ handelt, entworfen 1946 von Pierre Jeanneret. Der Schweizer Architekt und Designer (1896–1967) arbeitete eng mit seinem Cousin Le Corbusier zusammen, weshalb er lange im Schatten stand. Produziert wurden die Stühle ab etwa 1948/49 von Knoll International, erkennbar an einem roten Aufkleber. Die Holzfüße wiesen durch Feuchtigkeit eine Patina auf.
Die Verkäuferinnen wünschten sich 1.000 Euro. Der Experte schätzte den Wert auf 500 bis 700 Euro pro Stuhl, insgesamt 1.000 bis 1.400 Euro. Im Händlerraum startete die Bietrunde bei 200 Euro und stieg schnell. Händler Fabian Kahl (34) sicherte sich das Duo für 2.300 Euro.
Weitere Raritäten der Sendung
Neben den Stühlen wurden vier weitere Objekte angeboten:
- Russisches Silber-Etui mit Bärenmotiv: Ein Paar aus Wuppertal brachte ein silbernes Etui mit geprägter Bärenfamilie mit, ein Erbstück vom Vater. Es bestand aus zwei Schalen, innen vergoldet, mit Punzen von Konstantin Skvortsov. Datiert auf 1908 bis 1917. Schätzung: 400 bis 480 Euro.
- Heuer Stoppuhr mit Originalkarton: Zwei Gäste aus Berlin fanden die Uhr beim Ausräumen eines Hauses. Sie stammt aus der Zeit um 1973, aus einer Serie von sechs Modellen. Schätzung: 150 bis 200 Euro.
- Diamantring im Stil der 1950er-Jahre: Eine Künstlerin aus Gräfelfing erhielt den Ring zum 30. Geburtstag von ihrer Großmutter. Er ist aus 750er-Weißgold mit einem zentralen Diamanten im Smaragdschliff und flankierenden Baguetteschliffen. Datiert auf 1947 bis 1955. Schätzung: 5.500 bis 6.000 Euro.
- Prunkvase „Royal Bonn“ von Franz Anton Mehlem: Ein Ehepaar brachte eine große Schauvase mit Metallmontur mit, aus dem Besitz einer Großtante. Es handelt sich um eine Handmalerei-Vase, gefertigt zwischen 1890 und 1920, wohl für den Export in die USA und England. Schätzung: 200 bis 300 Euro.
- Diamant-Stabbrosche mit Schleifenmotiv: Eine Rentnerin aus Wuppertal brachte eine ungetragene Brosche mit. Sie ist aus 585er-Gold mit einem Schleifenelement, besetzt mit kleinen Diamanten. Stilistisch um 1910 bis 1915. Schätzung: 400 bis 450 Euro.
Ob und zu welchen Preisen die weiteren Stücke verkauft wurden, zeigt die heutige Folge von „Bares für Rares“ im ZDF.



