Sensationeller Comic-Fund: Digedags-Filmpläne in Potsdamer Villa entdeckt
Digedags-Filmpläne in Potsdamer Villa gefunden

In der denkmalgeschützten Villa Libri in Potsdam ist ein bemerkenswerter Fund gemacht worden: Tausende Blätter mit Zeichnungen und Skizzen, die für eine nie realisierte Verfilmung der beliebten DDR-Comicfiguren Digedags angefertigt wurden. Der Potsdamer Uwe Koch entdeckte die Unterlagen und brachte sie ins Archiv nach Dresden.

Die Geschichte der Villa Libri

Die Villa Libri in der Geschwister-Scholl-Straße 59 blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Erbaut 1873 für einen Gärtner des Parks Sanssouci, wechselte das Anwesen mit dem großen Grundstück mehrfach Eigentümer, Mieter und Nutzer. Im Jahr 1919 zog der Gustav Kiepenheuer Verlag von Weimar nach Potsdam in die Villa und blieb dort zehn Jahre lang. Mit Autoren wie Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger und Anna Seghers etablierte sich der Verlag als wichtige Stimme in der Weimarer Republik.

Der Fund und seine Bedeutung

Uwe Koch, der die Villa kannte, stieß bei einer Begehung auf die umfangreiche Sammlung. „Es waren Tausende Blätter mit Zeichnungen und Skizzen, offenbar Vorarbeiten für einen Digedags-Film“, erklärte er. Die Digedags, bestehend aus Dig, Dag und Digedag, waren in der DDR äußerst populäre Comicfiguren, die in der Zeitschrift „Mosaik“ erschienen. Die Entwürfe stammen vermutlich aus den 1970er Jahren, als eine Verfilmung geplant war, die jedoch nie realisiert wurde.

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Übergabe an das Archiv

Koch erkannte den historischen Wert der Funde und brachte sie umgehend in das Archiv nach Dresden, wo sie fachgerecht gesichert und katalogisiert werden. „Es ist ein Glücksfall, dass diese Zeichnungen erhalten geblieben sind. Sie geben einen einzigartigen Einblick in die Entwicklungsarbeit für ein nie verwirklichtes Filmprojekt“, sagte ein Sprecher des Archivs. Die Sammlung umfasst nicht nur Figurenstudien, sondern auch Hintergrundzeichnungen und Storyboard-Entwürfe.

Ein Schatz für die Comic-Geschichte

Der Fund ist nicht nur für Fans der Digedags von Interesse, sondern auch für die Forschung zur Comic- und Filmgeschichte der DDR. Die Zeichnungen zeigen, wie aufwendig die Vorbereitungen für den geplanten Film waren. Experten hoffen, dass die Entdeckung neue Erkenntnisse über die Produktionsprozesse in der DDR-Unterhaltungsindustrie liefert. Die Villa Libri selbst steht heute unter Denkmalschutz und erinnert an ihre bewegte Vergangenheit als Verlagsort und Wohnhaus.

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