Die Berliner Gastronomie hat innovative Wege gefunden, um Gästen auch hochwertige Weine glasweise anzubieten – trotz der Herausforderung der Oxidation. Vom Coravin-System in Sternerestaurants bis zur praktischen Bag-in-Box reicht die Bandbreite. Gleichzeitig locken sommerliche Pop-ups und neue Bars mit exklusiven Genusserlebnissen.
Offene Weine: Qualität trotz Oxidationsrisiko
Viele Restaurants servieren offene Weine, doch für Wirte ist das ein Balanceakt: Sauerstoff lässt Wein zunächst atmen, führt aber bei zu langer Lagerung zur Oxidation. „Ein Wein, den ein Sommelier wohl nur ungern glasweise ausschenken würde“, erklärt Alexander Uhl, Leitender Redakteur der Berliner Morgenpost. Eine Lösung sind Bag-in-Box-Systeme, die in Frankreich weit verbreitet sind. Der Wein wird vakuumverpackt und bleibt nach Anbruch bis zu drei Monate haltbar. Allerdings haben Kartonweine oft einen schlechten Ruf – in Berlin spricht man auch von der „Marke Pennerglück“.
Coravin: Spitzenweine ohne Reue
Für Sternerestaurants setzt sich das Coravin-System durch, erfunden vom US-Ingenieur Greg Lambrecht. Eine Nadel durchsticht den Korken, entnimmt Wein und füllt Argon nach, ein geruchs- und geschmacksfreies Gas. Der Korken verschließt sich wieder, die Flasche bleibt lagerfähig. „Zahlreiche Restaurants nutzen das System weltweit, vor allem Sternerestaurants“, so Uhl. Ein Coravin-Gerät kostet über 200 Euro, die Gaskapseln sind ebenfalls teuer. Doch es ermöglicht die „Demokratisierung der Spitzengewächse“ – Gäste können sich auch teure Weine glasweise leisten.
Sommerliche Drinks im „Blend“ und Morgenpost-Tasting
Im Juli lädt das „Blend“ im Pullman Hotel Schweizerhof zum Morgenpost-Tasting ein. Küchenchef Marco Müggenburg und sein Team servieren drei Cocktails und zwei Hausweine – natürlich nicht aus dem Schlauch. Ursprünglich für April 2020 geplant, fiel das Event damals der Pandemie zum Opfer. „Mein Vorschlag stieß auf Zustimmung“, freut sich Uhl. Alle Details zum Tasting gibt es auf der Webseite der Morgenpost.
Das „Bernsteinzimmer von Mitte“: Whisky & Cigar Bar
In der Sophienstraße 8 in Mitte haben Eva und Vera Sichelschmidt ihre „Whisky & Cigars“ um eine Bar erweitert. Die neue „Whisky and Cigar Bar“ ist ein „Bekenntnis zum Genuss als Widerstand“, schreibt Kollegin Juliane Eva Reichert. Das Licht sei „kein funktionales Mittel zum Zweck; es ist ein Zustand“. Die Bar wird auch als „Bernsteinzimmer von Mitte“ tituliert. Rauchen ist nur draußen erlaubt.
Gastro-News der Woche: BBQ-Popup und Secret Champagne Garden
Sommelier Serhat Aktas veranstaltet in seinem Weinbar „Der Weinlobbyist“ in Schöneberg bis 27. Juli ein BBQ-Popup im Innenhof. Angeboten werden Thunfisch Tataki (18€), gegrilltes Kalbsrückenfilet (29€) und Short Rib vom Rind (33€). Geöffnet Donnerstag bis Montag, 17–23 Uhr.
Das Ritz-Carlton Berlin eröffnete den „Secret Champagne Garden“ auf der dritten Etage als saisonale Sommer-Bar. Bei gutem Wetter öffnet die versteckte Location jeden Montag von 16 bis 21 Uhr. Serviert werden Champagner, Signature Cocktails und alkoholfreie Alternativen, begleitet von leichten Gerichten.
Fazit: Genuss in Berlin – vielfältig und innovativ
Ob Coravin, Bag-in-Box, BBQ oder Champagner-Garten – Berlin bietet im Sommer zahlreiche Möglichkeiten, genussvolle Momente zu erleben. Der Genuss-Newsletter der Berliner Morgenpost liefert regelmäßig Tipps für Feinschmecker.



