Jürgen Klopp wird aller Voraussicht nach neuer Bundestrainer. Der 59-Jährige erklärte am Freitag bei MagentaTV, er sei „mehr als aufgetankt“ und bereit für die Rolle. Verhandlungen mit Red Bull, bei dem er noch als „Head of Global Soccer“ unter Vertrag steht, könnten jedoch eine hohe Ablöse erfordern.
Klopps Qualitäten außer Frage – doch Zweifel bleiben
Klopps Erfolge als Trainer sind unbestritten. Er führte Borussia Dortmund und den FC Liverpool zu Titeln und gilt als einer der größten deutschen Trainer. Doch die Nationalmannschaft ist Neuland: Weder als Spieler noch als Trainer hat er Länderspielerfahrung. Zudem arbeitet er traditionell am besten im intensiven Kluballtag, nicht im Rhythmus einer Nationalelf.
Hinzu kommt sein Image-Makel durch die Tätigkeit bei Red Bull, das bei vielen Fans umstritten ist. Zuletzt sorgte ein abgebrochenes Interview mit der Deutschen Welle für Aufsehen, in dem er eine Frage zu Rassismus im Fußball sarkastisch beantwortete. Als Bundestrainer müsste er sich solchen Fragen stellen.
DFB erhofft sich Neuanfang mit Klopp
Der DFB setzt auf Klopp, um nach den WM-Debakeln 2018 und 2022 wieder Vertrauen zu gewinnen. Damals zögerte man bei Trainerentscheidungen, diesmal soll Klopps Ausstrahlung den Neuanfang verkörpern. Ob er jedoch die nötige staatstragende Rolle ausfüllen kann, bleibt offen. „Das Timing ist besser als je zuvor“, sagte Klopp, räumte aber ein: „Perfekt ist es nicht.“



