Diese Film-Sexszenen waren echt – heute undenkbar
Echte Sexszenen im Kino: Heute undenkbar

Sie lassen Zuschauer erröten, polarisieren Kritiker und schreiben Hollywood-Geschichte: Sexszenen im Kino. Besonders pikant: Manche Aufreger-Filme zeigten echten Sex auf der Leinwand – entweder es ging zwischen den Hauptdarstellern selbst zur Sache oder es sprangen Pornodoubles für sie ein. Mal explizit, mal nur angedeutet – aber immer real. Heute wären diese Drehs so nicht mehr denkbar. Intimitäts-Koordinatorin Julia Effertz (45) erklärt im BILD, warum.

Echte Sexszenen in der Filmgeschichte

Von „Love“ über „Intimacy“ bis zum Skandalfilm „Nymphomaniac“: Die Geschichten hinter diesen Sexfilmen sind spannend, zum Erröten schlüpfrig und oft überraschend. Manche „Nackteinsätze“ waren sogar so unerhört unverblümt, dass der Film direkt auf dem Index landete. Und für einen (echten) Filmsex wurde sogar jemand gefeuert.

Warum echte Sexszenen heute nicht mehr gedreht werden

Laut Julia Effertz habe sich die Filmindustrie grundlegend verändert. „Heute steht das Wohlbefinden der Schauspieler an erster Stelle“, so die Intimitäts-Koordinatorin. „Echte Sexszenen sind nicht mehr nötig, um Intimität darzustellen. Mit choreografierten Szenen und Spezialeffekten kann man alles realistisch wirken lassen, ohne dass die Darsteller tatsächlich Sex haben.“

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Einige Filme der Vergangenheit, wie „Nymphomaniac“ von Lars von Trier, nutzten Body-Doubles oder echten Sex, um eine bestimmte Ästhetik zu erreichen. Heute würden solche Methoden als unethisch betrachtet, da sie die Grenzen der Darsteller überschreiten könnten. „Intimitätskoordinatoren sorgen dafür, dass alle Beteiligten sich wohlfühlen und ihre Grenzen respektiert werden“, erklärt Effertz.

Beispiele für echte Sexszenen

Ein bekanntes Beispiel ist der Film „Love“ von Gaspar Noé, in dem die Schauspieler tatsächlich Sex hatten. Auch in „Intimacy“ von Patrice Chéreau gab es ungeschützte Szenen. Solche Drehs wären heute aufgrund von ethischen Richtlinien und Hygienestandards kaum noch möglich. „Die Zeiten, in denen Schauspieler unter Druck gesetzt wurden, echten Sex zu haben, sind vorbei“, betont Effertz.

Ein weiterer Skandalfilm war „Nymphomaniac“, bei dem Pornodoubles zum Einsatz kamen. Auch dies wäre heute nicht mehr üblich, da die Trennlinie zwischen Pornografie und Kunst klarer gezogen wird. „Wir arbeiten mit klaren Absprachen und Verträgen, die genau festlegen, was passiert und was nicht“, so die Koordinatorin.

Die Rolle der Intimitätskoordinatoren

Seit der #MeToo-Bewegung haben Intimitätskoordinatoren einen festen Platz am Set. Sie unterstützen Regisseure und Schauspieler bei der Darstellung von Sexszenen und sorgen für eine sichere Arbeitsumgebung. „Früher gab es oft unangenehme Situationen, weil niemand genau wusste, wie weit man gehen darf. Heute haben wir klare Protokolle“, sagt Effertz.

Die Veränderung sei auch ein Zeichen des gesellschaftlichen Wandels. „Zuschauer erwarten heute mehr Sensibilität im Umgang mit intimen Szenen. Filme können trotzdem provozieren, aber ohne die Darsteller zu gefährden.“

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