Servus Eddie – Spätes Glück: Halmers letzte Filmrolle als Obdachloser
Halmers letzte Filmrolle: Servus Eddie – Spätes Glück

Der tragische Tod von Günther Maria Halmer im Mai 2024 überschattet die Ausstrahlung seines letzten Werks. Die ARD bringt den Fernsehfilm „Servus Eddie – Spätes Glück“ ab Mittwoch, 29. Juli, in der Mediathek und am Freitag, 31. Juli, im linearen Fernsehen. Gedreht wurde die Tragikomödie im Hochsommer 2024, wenige Monate vor Halmers Tod mit 83 Jahren.

Ein letztes Mal vor der Kamera

In dem Film, der tief in München und Bayern verwurzelt ist, spielt Halmer den obdachlosen Zahnarzt Adam Einmiller. Ursprünglich war die Rolle für Elmar Wepper vorgesehen, der im Oktober 2023 mit 79 Jahren starb. Nach dessen Tod wurde Halmer verpflichtet. An seiner Seite sind Jutta Speidel als Eddies Mutter Maria sowie Maximilian Brückner in der Titelrolle des Polizeibeamten Eddie Kolozecik zu sehen. Brückner vergleicht den Film mit Helmut Dietls „Münchner Geschichten“ – jener Serie, in der Halmer einst seine Fernsehpremiere als Schwabinger Lebenskünstler „Tscharlie“ hatte. „Mich erinnert 'Servus Eddie – Spätes Glück' ein bisschen an die 'Münchner Geschichten' von Helmut Dietl“, sagt Brückner. „Dieses alte Giesing, das so gar nicht nach Stadt wirkt, sondern eher wie ein Dorf. Die Typen, denen man dort begegnet, und die versuchen, sich durchs Leben zu kämpfen.“

Eine Karriere mit über 180 Rollen

Halmer, geboren in Rosenheim, reifte in zahlreichen Filmen und Serien zum vielseitigen Darsteller. Seine über 180 Film- und Fernsehrollen umfassten internationales Kino wie „Gandhi“ sowie deutsche Produktionen wie „Tatort“, „Traumschiff“ und Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen. Er stand mit Stars wie Senta Berger, Hannelore Elsner, Thekla Carola Wied, Hanna Schygulla und Meryl Streep vor der Kamera. Mit Jutta Speidel war er etwa in der Justizserie „Anwalt Abel“ zu sehen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Der Film „Servus Eddie – Spätes Glück“ ist von Melancholie durchzogen – nicht nur wegen des Themas Tod, sondern auch weil drei Männer die Veröffentlichung nicht mehr erleben: neben Halmer sind dies Elmar Wepper und der Filmemacher Michael Verhoeven, der 2024 mit 85 Jahren starb.

Von „Gefundenes Fressen“ inspiriert

Der Film ist inspiriert von Michael Verhoevens 1976 gedrehter Tragikomödie „Gefundenes Fressen“ mit Heinz Rühmann als Landstreicher. In „Servus Eddie – Spätes Glück“ steht Polizist Eddie im Mittelpunkt, der nach einer Degradierung seine Karriere retten will. Er lebt bei seiner Mutter Maria (Speidel) und trifft bei einem missglückten Einsatz auf den Gelegenheitsdieb und Obdachlosen Adam (Halmer) sowie die Zeugin Frau Schröder (Marlene Morreis), die ihm den Kopf verdreht. Seinem Kollegen Carlo (Gerhard Wittmann) geht er gehörig auf den Zeiger, weil er auch mal das Blaulicht einschaltet, um eine Leberkässemmel zu besorgen. Produzent Luca Verhoeven lobte Halmers Leistung: „Er hat die Rolle grandios gespielt und die Dreharbeiten bei teilweise 30 Grad tapfer durchgehalten. Es war ein menschliches Vergnügen, mit ihm zu drehen. Am Set hingen wir alle an seinen Lippen.“

Kritik an der Handlung

Die Handlung (Drehbuch von Felix Karolus und Putzi von Adamo) enthält teils hanebüchene Wendungen, etwa wenn eine Figur eine jahrelange Angststörung innerhalb weniger Minuten überwindet. Am Ende löst sich alles komplexe in Wohlgefallen auf. Die ARD beschreibt den Film als „pointierten Dialogwitz, turbulente Wendungen und berührende Momente“ in der Kulisse Münchens als „Weltstadt mit Herz“.

Abschied von einer Legende

Mit „Servus Eddie – Spätes Glück“ endet eine Karriere, die mehr als fünf Jahrzehnte umspannte. Halmer, der sowohl in anspruchsvollen Autorenfilmen als auch in massenwirksamen Unterhaltungsformaten glänzte, hinterlässt eine Lücke in der deutschen Filmlandschaft. Der Film ist ein Abschied von einem großen Schauspieler, der bis zuletzt sein Handwerk liebte.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration