Die neue Kinowoche bietet eine vielseitige Mischung aus packenden Dramen, provokativen Charakterstudien und nostalgischen Fortsetzungen. Von der düsteren Demontage einer Legende bis hin zur einfühlsamen Betrachtung von Trauer – hier sind die bemerkenswertesten Neustarts.
„The Death of Robin Hood“ – Die Legende wird entzaubert
Hugh Jackman spielt einen gealterten Robin Hood, der weit entfernt ist von dem edlen Beschützer der Witwen und Waisen. Stattdessen hat er sich ein Leben lang durchgemordet und sehnt sich nun nach dem Ende. Schwer verletzt strandet er auf einer Insel, auf der er zu sich selbst finden soll. Der Film ist in Teilen brutal, aber visuell überwältigend und demontiert die bekannte Heldenfigur radikal.
„Guru“ – Ein Psychogramm der Manipulation
Pierre Niney spielt „Coach Matt“, den erfolgreichsten Life Coach Frankreichs, der als Medienstar die Massen lenkt. Der Film entlarvt zunächst die Geschäftemacherei hinter der Lebensberatung, doch als der Guru auf Hindernisse stößt, zeigt er sein wahres Gesicht und geht über Leichen. Ein düsterer und zugleich faszinierender Film über die Mechanismen der Manipulation und des Schauspiels.
„Das Los des Fremden“ – Fünf Schicksale, ein Thema
Der Film erzählt nicht nur eine Fluchtgeschichte aus dem syrischen Aleppo, sondern fünf miteinander verwobene Geschichten. Eine Ärztin, ein Schlepper und ein Kapitän eines Rettungsschiffs stehen im Mittelpunkt. Das Flüchtlingselend wird aus verschiedenen Perspektiven eindringlich dargestellt – bewegend und absolut sehenswert.
„LOL 2.0“ – Sophie Marceau kehrt zurück
Fast 20 Jahre nach dem ersten Teil kommt die Fortsetzung der Komödie mit Sophie Marceau in die Kinos. Diesmal ist die Tochter aus dem Haus, kehrt aber zurück, und Madame Marceau kann ihre neu gewonnene Freiheit nur kurz genießen. Der Film punktet mit der Hauptdarstellerin, wirkt aber manchmal zu bemüht, zeitgemäß zu sein.
„Sechswochenamt“ – Trauer in der Pandemie
Eine junge Frau muss während der Corona-Pandemie in ihre Heimatstadt zurückkehren, weil ihre Mutter gestorben ist. Die Kleinstadt ist ihr fremd geworden, doch der Abschied fällt schwer. Der Film ist eine nüchterne Passionsgeschichte und ein kleiner, feiner Film über Leben, Tod, Verlust und Trauer.
„Mein Leben, mein Ding“ – Ein persönliches Vermächtnis
Agnès Jaoui spielt eine Frau Mitte 50, die noch immer nicht weiß, was sie will, und mit schrägem Verhalten auffällt. Regisseurin Sophie Fillières starb kurz nach den Dreharbeiten; ihre Kinder vollendeten den Film. Das Ergebnis ist ein unfertiges, aber originäres Vermächtnis, das stark gespielt ist.
Weitere Filme im Kino: Steven Spielbergs „Disclosure Day“, der Animationsfilm „Die kleine Amélie“, Angela Schanelc „Meine Frau weint“, „Truly Naked“ über einen Teenager, der Pornofilme dreht, „Sounds of Paris“ aus der Perspektive einer Gehörlosen während Olympia, und der Animations-Horror „Zombies im Zoo“.



