Kinotipps der Woche: Vaiana, M'Barek und starke Frauenfiguren
Kinotipps: Vaiana, M'Barek und starke Frauen

Virginia Woolf's Night & Day: Elyas M'Barek mit internationalen Ambitionen

Elyas M'Barek zeigt in der Kostümfilm-Adaption von Virginia Woolfs Gesellschaftssatire erstmals internationale Ambitionen. Seine Figur Ralph Denham, ein Autor und Lektor aus der Arbeiterklasse, trifft im London des Jahres 1910 auf die aus besseren Kreisen stammende Katharine Hilbery. Regisseurin Tina Gharavi verbindet Historienfilm mit Emanzipationsgeschichte, ohne vor Klischees des edwardianischen Englands zurückzuschrecken.

Vaiana: Disneys Live-Action mit Milliarden-Erfolg

Disney setzt auf Recycling: Erst zehn Jahre nach dem Animationsmusical „Vaiana“ (643 Millionen Dollar Einspiel) kommt die Live-Action-Version. Das Sequel spülte 2024 über eine Milliarde Dollar in die Kassen. In der Neuverfilmung segelt Häuptlingstochter Vaiana (Catherine Laga'aia) los, um ihre Insel vor einer Pflanzenepidemie zu retten, und trifft auf den Halbgott Maui (Dwayne Johnson). Regisseur Thomas Kail verbindet Real- und Fantasy-Elemente visuell fließend.

Auf zwei Rädern: Ein bewegendes Buddy-Roadmovie

Mathias Mlekuz' Film erzählt von zwei Freunden, die mit dem Fahrrad von der Atlantikküste nach Istanbul fahren, um den Suizid von Mathias' Sohn zu verarbeiten. Der Film wurde in Frankreich zum Publikumsliebling und auf Festivals ausgezeichnet. Die gemächliche Reise mit Hund Lucky auf dem Gepäckträger bietet Gespräche über Gott und die Welt, Trauerverarbeitung und Lebensfragen.

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Etwas ganz Besonderes: Eva Trobischs Berlinale-Beitrag

Eva Trobischs Coming-of-Age-Geschichte dreht sich um die 16-jährige Lea, die an einer Castingshow teilnimmt, während ihre Familie in Turbulenzen steckt. Die Regisseurin erzählt multiperspektivisch mit einem Ensemble um Max Riemelt und Eva Löbau. Der Film zeigt die Gleichzeitigkeit der Dinge und die Unübersichtlichkeit des Lebens.

Mit leiser Stimme: Eine queere Geschichte aus Tunesien

Leila Bouzids Film erzählt von Lilia, die mit ihrer Partnerin Alice nach Tunesien reist, wo ihre Familie nichts von ihrer Homosexualität weiß. Während der Trauerfeier für ihren Onkel kommen Geheimnisse ans Licht. Die Regisseurin verwebt Vergangenheit und Gegenwart über Fotomontagen und Briefausschnitte und zeigt einfühlsam die Wiederannäherung zwischen Mutter und Tochter.

Wise Women: Dokumentarfilm über Hebammen

Nicole Schergs Dokumentarfilm porträtiert fünf Hebammen aus Äthiopien, Nepal, Marokko, Brasilien und Österreich. Der Film würdigt den Berufsstand, dringt aber kaum in die individuellen Lebensumstände ein. Die Geburtsaufnahmen vermitteln eindrücklich, was Hebammen leisten.

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