Der diesjährige Bachmann-Preis, das wichtigste Event der deutschsprachigen Literatur, sei grotesk langweilig gewesen, kritisiert Xaver von Cranach in einem Kommentar. Sein Urteil: In den Texten wurde viel mitgeteilt, aber zu wenig erzählt. Das Schönste Sprachbild sei eine verschimmelte Mandarine gewesen.
Mitteilung statt Erzählung
Von Cranach beklagt, dass die Autoren vor allem ihre Botschaften vermittelten, statt Geschichten zu spinnen. Die Literatur verliere so ihre eigentliche Kraft. Er fordert mehr Mut zum Schimmel – also zum Unkonventionellen, zum Verfall, zur echten Erzählung.
Der Bachmann-Preis als Gradmesser
Der Wettbewerb in Klagenfurt gilt als Seismograf für die deutschsprachige Literaturszene. Dass er dieses Jahr enttäuschte, sei ein Alarmzeichen. Von Cranach appelliert an die Autoren, wieder das Risiko des Erzählens einzugehen, statt nur politisch korrekte Mitteilungen zu liefern.



