Berlin. Mit kluger Distanz nähert sich der neue Dokumentarfilm „Ingeborg Bachmann – jemand, der einmal ich war“ der großen österreichischen Schriftstellerin. Regisseurin Regina Schilling lässt die Schauspielerin Sandra Hüller in die Rolle der Bachmann schlüpfen – jedoch nicht im klassischen biografischen Sinn, sondern als eine Art fragmentarische Annäherung. Der Film, der am 22. Juni 2026 in die Kinos kommt, wurde von der Funke Mediengruppe vorgestellt.
Eine Annäherung in Fragmenten
Der Dokumentarfilm verzichtet auf eine chronologische Lebenserzählung. Stattdessen setzt er auf atmosphärische Dichte und literarische Zitate. Sandra Hüller spielt Bachmann in einer nachgebauten römischen Wohnung, die der tatsächlichen Bleibe der Dichterin nachempfunden wurde. Die Kulisse entstand unter der Leitung von Szenenbildner Elliott Kreyenberg. „Wir wollten keinen historischen Abriss, sondern einen intimen Raum schaffen, in dem Bachmanns Sprache und Gedankenwelt lebendig werden“, erklärt Schilling.
Kluge Distanz statt Pathos
Der Film vermeidet Pathos und setzt auf eine distanzierte, fast analytische Herangehensweise. Hüller spielt Bachmann nicht als leidende Ikone, sondern als komplexe, widersprüchliche Persönlichkeit. „Es geht nicht darum, Bachmann zu imitieren, sondern ihr Schreiben und Denken erfahrbar zu machen“, so die Schauspielerin. Der Film enthält zahlreiche Originalaufnahmen und Manuskripte, die in die Inszenierung eingewoben werden.
Kritikerstimmen und Erwartungen
Erste Kritiken loben die ungewöhnliche Erzählweise. „Regina Schilling gelingt ein mutiges Experiment, das die Zuschauer fordert, aber auch belohnt“, schrieb Felix Müller, Leitender Redakteur der Funke Mediengruppe. Der Film startet bundesweit in den Kinos und wird voraussichtlich auch auf Festivals gezeigt. Bachmann-Fans dürfen gespannt sein auf eine Neuinterpretation, die weniger die Biografie als das Werk in den Mittelpunkt stellt.



