Wiederentdeckte Berlin-Fotos: Fide Struck zeigt Alltag jenseits der Hakenkreuze
Fide Struck: Wiederentdeckte Berlin-Fotos aus den 30ern

Mehr als 70 Jahre nachdem sie entstanden sind, werden die Fotografien von Fide Struck aus den 1930er Jahren wiederentdeckt. Eine Ausstellung im Willy-Brandt-Haus in Berlin zeigt nun seine beeindruckenden Stadtimpressionen, die den Alltag jenseits der Hakenkreuze dokumentieren.

Eine Schlange vor dem Reichstag

Ein zentrales Bild der Schau zeigt eine lange Menschenschlange, die vor dem Reichstag ansteht. Auf den ersten Blick erinnert die Szene an die langen Schlangen von Arbeitslosen in den 1920er Jahren. Doch Fide Struck fotografierte diese Straßenszene erst 1933. Ein weiteres, undatiertes Foto belegt dies: Es zeigt eine Seitentür des Reichstags, an der ein Schild hängt mit der Aufschrift: „Betreten des Reichstags auf eigene Gefahr“.

Der Fotograf Fide Struck

Fide Struck, ein bislang wenig bekannter Fotograf, hielt in seinen Aufnahmen den Berliner Alltag in einer Zeit des politischen Umbruchs fest. Seine Bilder zeigen nicht die großen Propaganda-Inszenierungen der Nationalsozialisten, sondern das ganz normale Leben der Menschen: Straßenszenen, Marktstände, spielende Kinder und alltägliche Begegnungen. Die Ausstellung im Willy-Brandt-Haus trägt den Titel „Ein Berliner Koffer“ und präsentiert eine Auswahl seiner Werke.

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Wiederentdeckung nach Jahrzehnten

Die Aufnahmen galten lange als verschollen, bis sie in einem Nachlass wieder auftauchten. Nun werden sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Ausstellung bietet einen seltenen Blick auf das Berlin der 1930er Jahre abseits der offiziellen Bilder. Sie zeigt, wie die Menschen lebten, arbeiteten und miteinander umgingen, während sich die politische Lage zuspitzte.

Einblicke in den Alltag

Die Fotografien von Fide Struck sind nicht nur historische Dokumente, sondern auch künstlerisch wertvoll. Sie fangen Momente ein, die sonst vergessen wären: Ein Gemüsehändler auf dem Markt, Kinder, die auf der Straße spielen, oder eine Frau, die an einer Litfaßsäule vorbeigeht. Diese Bilder erzählen Geschichten von einer Stadt im Wandel.

Die Ausstellung „Ein Berliner Koffer“ läuft noch bis zum [Datum] im Willy-Brandt-Haus. Der Eintritt ist frei. Wer sich für die Geschichte Berlins und die Fotografie der 1930er Jahre interessiert, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

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