Werner Herzog und Robert Pattinson: Das bietet Venedig 2026
Herzog, Pattinson, Oasis: Das bietet Venedig 2026

Werner Herzogs neuer Film „Bucking Fastard“ gehört zu den 20 Beiträgen, die in Venedig um den Goldenen Löwen konkurrieren. Das gab Festivaldirektor Alberto Barbera bekannt. Der Film erzählt von Zwillingsschwestern, die alles miteinander teilen, und ist von der Lebensgeschichte der Zwillinge Freda und Greta Chaplin inspiriert. Verkörpert werden sie von den Schwestern Kate und Rooney Mara. „Herzog hat uns schon immer bizarre, skurrile und ungewöhnliche Figuren anvertraut“, sagte Barbera. „Das gilt auch für die Protagonisten dieses Films.“

Asiatische Größen und schwarze Komödie im Rennen

Mit Hirokazu Kore-eda und Lee Chang-dong sind zwei der größten Namen des asiatischen Kinos am Lido vertreten. Acht Jahre nach seinem großen Kritikererfolg „Burning“ wird vor allem Chang-dongs Melodrama „Possible Love“ mit Spannung erwartet. Zu den weiteren prominenten Namen zählt der neue Film von Oscarpreisträger Martin McDonagh, „Wild Horse Nine“. Besetzt mit John Malkovich, Sam Rockwell, Steve Buscemi und Tom Waits, handelt die schwarze Komödie von CIA-Agenten auf einer Mission. Auch McDonaghs Filme „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und „The Banshees of Inisherin“ liefen in Venedig.

Robert Pattinson und Florian Zeller im Wettbewerb

Um den Hauptpreis konkurriert auch „Primetime“ von Lance Oppenheim mit Robert Pattinson in der Hauptrolle. Das Werk erzählt vom US-Moderator Chris Hansen, der eine Show hatte, bei der mit verdeckter Kamera Sexualstraftäter überführt wurden. Ebenso ist „Bunker“ von Florian Zeller dabei. An der Seite von Penélope Cruz und Javier Bardem sind Paul Dano, Stephen Graham und Patrick Schwarzenegger zu sehen. Bardem verkörpert einen Architekten, der einen moralisch fragwürdigen Auftrag von einem Tech-Milliardär annimmt: Er baut ihm einen Bunker. Das lässt seine Ehefrau (Cruz) an der Beziehung zweifeln.

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Tech-Milliardäre als Thema – aber nur in Dokumentationen

Tech-Milliardäre und ihre scheinbar unbegrenzte Macht hätten das Thema der Filmfestspiele werden können: Spielfilme über Mark Zuckerberg (Aaron Sorkins „The Social Reckoning“) und Sam Altman („Artificial“ von Luca Guadagnino) waren eigentlich im Programm erwartet worden. Wo sie stattdessen ihre Premieren feiern, ist nun offen. Ebenso fehlt „Digger“ von Alejandro G. Iñárritu im Aufgebot. In der Groteske spielt Tom Cruise einen Magnaten, der die Welt aus Rücksichtslosigkeit an den Rand des Untergangs treibt. In der Stadt von Jeff Bezos‘ Hochzeit muss man sich nun mit einem Dokumentarfilm von Alex Gibney über Elon Musk begnügen. Überhaupt muss das Festival mit dokumentarischen Arbeiten ausgleichen, was der Spielfilmbereich diesmal fast ganz vermissen lässt: die Arbeiten von Regisseurinnen. Mit der Dänin May El-Thoukhy ist nur eine Frau im Wettbewerb vertreten. In der neu geschaffenen Sektion „Venice Open Non Fiction“ laufen dagegen neue Filme von Laura Poitras und Julia Loktev. Poitras, die für „All the Beauty and the Bloodshed“ 2022 den Goldenen Löwen gewann, zeigt eine Doku über die politische Lage in Minneapolis während der Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE. Loktev setzt ihre herausragende Serie über die Arbeit dissidenter Journalistinnen in Russland mit „My Undesirable Friends Part II – Exile“ fort.

Oasis und Wim Wenders auf dem Lido

Ein anderer Dokumentarfilm, der außer Konkurrenz läuft, bringt auch noch Stars auf den roten Teppich: „Oasis – Don‘t Look Back in Anger“ über die Wiederannäherung der Oasis-Brüder Liam und Noel Gallagher und ihre Reunion-Tour. „Die Gallagher-Brüder haben versprochen, dass sie in Venedig sein werden“, sagte Barbera. Wim Wenders zeigt sein Filmporträt über den Architekten Peter Zumthor. Der internationale Titel lautet: „From Inside Out – The Architecture of Peter Zumthor“.

Eröffnung, Jury und Lebenswerkpreise

Die Filmfestspiele finden vom 2. bis 12. September statt. Zur Eröffnung läuft der neue Film von „Trainspotting“-Regisseur Danny Boyle, „Ink“, über britischen Boulevardjournalismus. Präsidentin der Jury ist Maggie Gyllenhaal, die in Venedig ihren Kurzfilm „Flesh Impact“ präsentieren wird. Darin ist Ellen Burstyn zu sehen. Sie soll einen Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk erhalten, wie auch George Clooney.

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