Ivàn Fischer entfesselt Orchesterdynamik im Konzerthaus
Ivàn Fischer reizt Orchesterdynamik im Konzerthaus aus

Im Konzerthaus Berlin hat Dirigent Ivàn Fischer mit einem Programm aus Werken von Bryce Dessner und Anton Bruckner das Orchester zu Höchstleistungen angespornt. Die Aufführung des Cellokonzerts von Dessner, inspiriert von Shakespeares „Macbeth“ und Edvard Munchs Landschaftsgemälden, brannte sich laut Kritik vehement in die Seele ein. Fischer gelang es, die dynamischen Extreme des Orchesters auszureizen, wobei jedoch die zartesten Klänge etwas zu kurz kamen.

Bryce Dessners Cellokonzert als emotionaler Höhepunkt

Bryce Dessner, der als Composer in Residence des Konzerthauses bereits zahlreiche Werke vorgestellt hat, präsentierte mit seinem Cellokonzert ein besonders eindringliches Stück. Das Werk, das auf dem Zitat „Trembling Earth“ aus Shakespeares „Macbeth“ basiert und von Munchs Gemälden beeinflusst ist, entfaltete eine intensive emotionale Wirkung. Die Solistin oder der Solist am Cello – in der Aufführung war es vermutlich ein namhafter Cellist – interpretierte die Partitur mit großer Hingabe, während Fischer das Orchester zu einer ebenso kraftvollen wie nuancierten Begleitung führte.

Anton Bruckners Sinfonie als Kontrastprogramm

Den zweiten Teil des Abends bestritt Anton Bruckners Sinfonie, die einen deutlichen Kontrast zu Dessners zeitgenössischer Musik bot. Bruckners monumentale Klangarchitektur verlangte dem Orchester höchste Präzision ab, und Fischer gelang es, die majestätischen Steigerungen und die tiefe Spiritualität der Partitur herauszuarbeiten. Dennoch blieb bei aller Wucht die Feinarbeit in den leisesten Passagen ein wenig auf der Strecke, wie die Kritik anmerkte.

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Fischers Dirigierstil: Dynamik und Dramatik

Ivàn Fischer, bekannt für seinen leidenschaftlichen und präzisen Dirigierstil, forderte das Orchester in beiden Werken bis an die Grenzen. Er ließ die Musiker die gesamte Bandbreite von pianissimo bis fortissimo ausloten, wobei die dramatischen Ausbrüche besonders überzeugten. Die zarten, verletzlichen Momente hingegen wirkten mitunter etwas zu forciert, was dem Gesamteindruck jedoch nur minimalen Abbruch tat.

Insgesamt bot der Abend im Konzerthaus Berlin ein intensives Musikerlebnis, das die Zuhörer in seinen Bann zog. Die Kombination aus Dessners zeitgenössischem Cellokonzert und Bruckners klassischer Sinfonie erwies sich als gelungener Dialog zwischen den Epochen, der die Vielseitigkeit des Orchesters unter Fischers Leitung eindrucksvoll unter Beweis stellte.

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