Kitschkrieg im Interview: So cool bleiben sie beim Shirin-David-Streit
Kitschkrieg: Cool im Streit um Shirin David

Interview mit den Hitfabrikanten „Gut genug“ von Kitschkrieg: Duo bleibt cool beim Streit um Shirin David

Berlin-Mitte. Kitschkrieg lieferten mit „Gut genug“ einen Sommerhit, der weltweit begeistert. Nun sprechen sie über ihr Leben, den Erfolg und die Debatte um den Song. Von Iris May, Bezirksreporterin Mitte

20.06.2026, 13:36 Uhr

Der Mutmach-Song „Du bist gut genug!“ von Kitschkrieg geht gerade weltweit durch die Decke. In den USA löst der Song, der dort als „Doobie Scoot Canoe“ verstanden wird, eine Deutsch-Lern-Welle aus. Die einen lieben den Ohrwurm, die anderen die Message. Heidi Klum würde im Song gerne auf Shirin David verzichten, wie sie auf Social Media verkündet hat. Manche sagen, dass Blumengarten-Sänger Rayan den Song ganz alleine trägt.

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Geschrieben wurde der Song jedoch vom Berliner Produzenten-Duo Kitschkrieg. Auf der Videoplattform Tiktok löste der Soundclip eine regelrechte Welle aus – Nutzer erstellten bereits über eine Million Clips dazu. Auch auf Instagram bricht der Song Rekorde: Das offizielle Reel zählt mittlerweile mehr als 14 Millionen Aufrufe. Die Morgenpost sprach zwischen zwei anderen Interviews und einem Flug in die USA via Whatsapp mit dem Producer-Team, das im Mai sein Album im Fernsehturm in Berlin-Mitte vorgestellt hatte.

Alle singen euer Lied. Alle wollen ein Stück von euch. Das Internet ist voll von Kommentaren und Memes von „Gut genug“. Wie geht es euch mit dem ganzen Hype? Und habt ihr damit gerechnet, dass das Lied so einschlägt?

Fizzle: Uns geht es gut. Wir versuchen den Moment zu genießen.

Ihr bleibt völlig gechillt?

Fizzle: Wir sind vor allem sehr dankbar für den Erfolg. Insbesondere weil uns die positive Message sehr wichtig war.

Wie findet ihr es, dass Heidi Klum sich in den sozialen Medien abfällig über Shirin David geäußert hat? Überhaupt die ganze Kritik an Shirin David?

Kris: Den Amerikanern fehlt die kulturelle Relevanz von Shirin David in Deutschland. Die sagt Sachen, die sie sonst nicht gesagt hat. Wenn du die Ebene nicht hast, fehlt etwas.

Fizzle: Meine Oma hat gesagt: Wenn du nichts Gutes zu sagen hast, dann sag einfach nix. Vielleicht hat Heidi Klum nicht damit gerechnet, dass ihre Äußerung so hohe Wellen schlägt …

Fizzle: Das kann ich mir nicht vorstellen. Sie weiß doch, was sie für einen Reach hat. Aber ich frage mich schon: Heidi, warum kommst du hier so negativ rein? Der Song hat eine positive Message, er macht den Leuten Freude.

Kris: Etwas mehr Positivität im Internet wäre schön.

Blumengarten ist Titelgeschichte in der „Süddeutschen Zeitung“, ihr nicht …

Kris: Dass alle auf den Frontmann des Songs fixiert sind, das finden wir richtig gut. Wir kommen im Artikel ja auch vor.

Euer Durchbruch war 2017 mit dem Album „DIY“, das zusammen mit Trettmann entstand. Schon damals wart ihr sehr erfolgreich. Aber gab es denselben Hype?

Fizzle: 2017 hatten wir unseren Durchbruch, ja. Auch wenn wir schon sehr lange davor brotlos Musik gemacht haben. Wir sind beide Autodidakten, wir sind vor allem Musikfans, haben Musik aufgelegt und irgendwann angefangen, sie neu zu mixen.

Kris: Es gibt aufregendere Menschen als uns in Berlin. Wir nehmen einfach nicht teil an dieser Welt der Celebrities. Hier läuft so jemand wie Harry Styles herum, da interessiert das keinen, was wir machen.

Wie kam es zu diesem Megahit? Wie ist das Album entstanden?

Kris: Unser letztes Album kam 2020 heraus, da haben wir mit allen von Bonez MC bis Nena gearbeitet. Da ist auch „Fünf Minuten“ mit Cro, Trettmann & Annenmaykantereit drauf. Dann haben wir uns zurückgezogen. Wir wollten etwas Neues machen, uns nicht wiederholen, und sind in die USA gereist. Wir sind immer da, wo die Musik uns braucht. Waren auch in England und Jamaika. Das Album ist jetzt unsere Rückkehr nach Deutschland. Das erste deutsche Album seit langer Zeit.

Und wo habt ihr Blumengarten gefunden?

Kris: Blumengarten sind zwei Personen aus Köln, der Sänger Rayan und Sammy, der Producer. Wenn man sich durch deutsche Musik hört, fallen die extrem auf, nicht nur wegen der engelsgleichen Stimme von Ryan.

Wohin in die USA seid ihr denn gereist?

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Fizzle: Wir wollten an die Quelle reisen. Nach Atlanta. Die Musik, die Hip-Hop ruled, kommt aus Atlanta, dem schwarzen Hollywood. Das hat eine Strahlkraft auf die ganze Welt. Etwa ein Jahr waren wir da und haben ein Album produziert.

Und danach?

Fizzle: Danach haben wir gesagt: Lass uns ein Album machen mit Menschen, mit denen wir noch nie gearbeitet haben.

Ihr führt also kein Rockstar-Leben, sondern lebt ganz zurückgezogen in der Nähe vom Görlitzer Park …

Fizzle: Die Schattenseiten des Ruhms, die bekommen wir jedenfalls nicht ab. Bei Events geben wir Autogramme, wenn Fans sich das wünschen. Wir unterschreiben viele Sachen. Wir wurden aber noch nie auf der Straße gestoppt. Man ist eben das, was man selbst ausstrahlt. Wir strahlen Normalität aus.

Ist das eigentlich kompliziert, wenn so viele Menschen an einem Song beteiligt sind?

Fizzle: Nein. Der Erlös wird einfach geteilt. Kompliziert ist es eher, alle in einem Studio zusammenzubringen.

Was für Equipment nutzt ihr als Produzenten?

Fizzle: Nur Laptops und Linsen. Alles andere ist heutzutage unnötig.

Fizzle ist aus Krefeld, Kris aus Braunschweig. Warum habt ihr euch Berlin als Lebensmittelpunkt ausgesucht?

Fizzle: Berlin hat diese Internationalität. Hier kommen Leute aus allen Ländern hin. In der Stadt sind die krassesten Leute unterwegs, wie in London oder New York.

Was plant ihr denn in den USA? Wieso fliegt ihr dorthin?

Fizzle: Wir nehmen dort „Du bist gut genug“ mit US-Stars neu auf. Die Hookline „Du bist gut genug“ bleibt aber deutsch.