Le Corbusiers Cité Radieuse: Warum der Betonklotz Weltkulturerbe ist
Le Corbusiers Cité Radieuse: Betonklotz als Weltkulturerbe

Le Corbusiers Meisterwerk: Warum dieser Betonklotz zum Unesco-Welterbe zählt

Wer durch Marseille fährt und plötzlich vor einem riesigen Betonklotz steht, ahnt schnell: Das ist kein gewöhnlicher Wohnblock. In der „Cité Radieuse“ verwirklichte der schweizerisch-französische Architekt Le Corbusier 1952 seine Idee einer neuen Art zu wohnen.

Mit 337 Wohnungen, Geschäften und Gemeinschaftsflächen unter einem Dach gilt die Anlage als Prototyp seiner berühmten „Wohnmaschinen“. Insgesamt entstanden fünf dieser Gebäude, darunter auch eines in Berlin. Marseille blieb jedoch das Vorbild, an dem die Vision erstmals Realität wurde, berichtet TRAVELBOOK.

Der Elefant auf Stelzen

Die Bewohner gaben dem Bau früh den Spitznamen „La Maison du Fada“ – das „Haus des Verrückten“. Weniger bekannt ist „L’éléphant sur pilotis“, also „Der Elefant auf Stelzen“. Der gewaltige Baukörper ruht auf massiven Betonpfeilern. Diese sogenannten Pilotis heben das Gebäude vom Boden ab und schaffen darunter Freiraum. Trotz seiner Größe wirkt der Komplex dadurch überraschend leicht.

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Bis heute gehen die Meinungen auseinander. Für die einen ist die Cité Radieuse ein Meilenstein der Architektur, für die anderen ein kühler Betonblock. Viele Bewohner schätzen jedoch die besondere Atmosphäre und das Leben in einem Denkmal.

Licht von beiden Seiten

Le Corbusiers Konzept zeigt sich besonders in den Wohnungen. Jede Einheit reicht von der Ost- bis zur Westseite des Gebäudes. Dadurch fällt morgens und abends Sonnenlicht in die Räume. Die Wohnungen sind über zwei Ebenen angelegt und erstrecken sich über die gesamte Gebäudebreite.

Besucher können das Haus nach einem Eintrag ins Gästebuch erkunden. In der „Rue Intérieure“ befinden sich heute unter anderem ein Buchladen, eine Galerie, ein Tee-Salon und ein Café. Seit 2016 gehört die Cité Radieuse zum Unesco-Weltkulturerbe. Fassade und wesentliche Baumerkmale müssen deshalb erhalten bleiben.

Gemeinschaft über den Dächern

Besonders eindrucksvoll ist das Flachdach. Le Corbusier plante es als gemeinsamen Lebensraum mit Spielbereichen, Laufbahn, Amphitheater und Aufenthaltsflächen. Die Cité Radieuse entstand als Antwort auf die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit ihrem Mix aus Wohnen, Gemeinschaft und Funktionalität gilt sie bis heute als eines der bekanntesten Wohnhäuser des 20. Jahrhunderts und wurde sogar Teil des Unesco-Welterbes.

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