Deutschland gegen Curaçao: Kimmich sieht WM als Chance für „positiven Patriotismus“
Am Sonntag um 19 Uhr startet die deutsche Nationalmannschaft in die Fußball-WM. Gespielt wird in der US-amerikanischen Metropole Houston, der Gegner ist der krasse Außenseiter Curaçao. Verfolgen Sie das Spiel inklusive Vor- und Nachberichten hier im Liveticker.
Kimmich: WM als Chance gegen schlechte Stimmung
Deutschlands Kapitän Joshua Kimmich erhofft sich von der Fußball-WM einen Beitrag gegen die Unzufriedenheit im Land. „Selbstverständlich spüre ich die aktuelle Unzufriedenheit in Deutschland und auch, dass es politisch und gesellschaftlich ziemlich unruhig ist. Der Sport kann hier eine große Chance sein“, sagte der Bayern-Profi in einem Interview der „Bild am Sonntag“ vor dem ersten WM-Spiel gegen Curaçao (19.00 Uhr/ARD und MagentaTV).
Kimmich erinnerte an die WM 2006 im eigenen Land: „Im Sommer 2006 hat die WM Deutschland extrem geholfen und verändert. Wir haben der ganzen Welt eine Offenheit gezeigt, die das Bild über uns bis heute prägt.“ Vielleicht könne die deutsche Mannschaft bei dieser WM „eine Botschaft nach innen ins eigene Land, anstatt nach außen übertragen“. Persönlich wünscht sich Kimmich, „dass in Deutschland wieder ein positiver Patriotismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt möglich sind – ohne dabei andere auszuschließen“. Er habe „oft das Gefühl, dass das aufgrund unserer Vergangenheit nicht immer möglich ist“.
Curaçao: Außenseiter mit Ambitionen
Curaçao ist erstmals bei einer Fußball-WM dabei und der krasse Außenseiter. Der niederländische Trainer Dick Advocaat ist Fan von Bundestrainer Julian Nagelsmann. „Er ist ein exzellenter Trainer, ein fantastischer Trainer“, sagte Advocaat vor dem Spiel. Wer in so jungem Alter Deutschlands Nationaltrainer werde, müsse etwas Besonderes haben. Nagelsmann (38) und Advocaat (78) trennen 40 Jahre – sie sind der jüngste und der älteste Trainer des Turniers. „Jung, berühmt“, sei Nagelsmann, so Advocaat, der ankündigte, die Rolle des Außenseiters anzunehmen, aber nicht aufgeben zu wollen: „Wir sind ein kleines Land, aber wir wollen ihnen das Leben sehr schwer machen.“ Er erwarte, dass die DFB-Auswahl das Spiel beherrschen werde, sein Team werde aber den Raum nutzen, den Deutschland zulasse.
Nagelsmann lobt frühe Anstoßzeit
Die frühe Anstoßzeit um 12 Uhr Ortszeit (19 Uhr MESZ) gefällt Nagelsmann. „Ich freue mich drauf, dass es sehr früh losgeht, dass wir nicht so einen langen Tag im Hotel haben und schnell auf den Platz kommen“, sagte er vor der Partie im NRG Stadium. „Der Tag beginnt ein bisschen früher“, berichtete Nagelsmann über die kürzeren Abläufe. „Die Jungs können trotzdem so lange schlafen, dass sie ausgeschlafen sind.“ Bis 8.30 Uhr ist Frühstück, danach folgt die übliche körperliche Aktivierung im Teamhotel, vielleicht ein kurzer Spaziergang. Nach dem „Prematch-Meal“ und einer letzten Besprechung um 9.55 Uhr geht es mit dem Mannschaftsbus zur Spielstätte. Grundsätzlich sei es angenehm, wenn das Spiel früher anfange: „Wenn du oft abends spielst und zehn Stunden im Hotel rumhängst, bis das Spiel losgeht, ist das nicht immer super förderlich für die Spannung.“ Scherzhaft ergänzte Nagelsmann mit Blick auf einige Youngster im Kader: „Wir haben noch ein paar Junge dabei, die vor nicht allzu langer Zeit noch bei den Junioren um 11.00 Uhr gespielt haben sonntags.“
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