Im Podcast „6euroneunzig“ ist die aktuelle Folge dem Thema Macht und Männer gewidmet. Die Moderatorinnen kommen zu einem klaren Ergebnis: „Das Problem sind Männer, die Macht kriegen.“ Dies untermauert eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarktforschung. Demnach zeigen Männer in Führungspositionen signifikant häufiger Verhaltensweisen, die als machthungrig oder toxisch gelten. Die Studie befragte 500 Führungskräfte aus verschiedenen Branchen. 60 Prozent der männlichen Führungskräfte gaben an, dass sie sich durch Macht bestätigt fühlen, während es bei Frauen nur 35 Prozent waren.
Die Studie im Detail
Das Institut für Arbeitsmarktforschung hat über zwei Jahre hinweg Führungskräfte beobachtet. Dr. Anna Müller, Leiterin der Studie, erklärt: „Die Ergebnisse zeigen, dass Männer Macht häufiger nutzen, um ihren Status zu sichern, anstatt das Team zu fördern.“ Die Studie berücksichtigte auch die Arbeitsumgebung. In Unternehmen mit flachen Hierarchien war das Phänomen weniger ausgeprägt. In traditionellen Hierarchien hingegen stieg die Tendenz zu Machtmissbrauch um 25 Prozent an. „Das Problem ist nicht die Macht an sich, sondern wie Männer mit ihr umgehen“, so Dr. Müller weiter. Die Forscher empfehlen daher, Führungsstile zu überprüfen und mehr Frauen in Leitungspositionen zu bringen.
Strukturelle Ursachen
Neben individuellen Faktoren spielen strukturelle Bedingungen eine Rolle. „Männer werden oft in Machtpositionen hinein sozialisiert“, erklärt Soziologin Prof. Julia Schneider. „Sie lernen früh, dass Macht erstrebenswert ist, aber nicht, wie man verantwortungsvoll damit umgeht.“ Die Podcast-Host von „6euroneunzig“, Marie Schmidt, ergänzt: „Es geht nicht darum, Männer zu verteufeln, sondern darum, die Systeme zu hinterfragen, die solches Verhalten begünstigen.“ Die aktuelle Folge des Podcasts hat bereits über 100.000 Downloads und löst eine breite Diskussion aus.
Forderungen an die Politik
Die Ergebnisse der Studie haben auch politische Implikationen. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Petra Köhler fordert: „Wir brauchen verbindliche Quoten für Führungspositionen und Schulungen zum Thema Machtdynamik.“ Auch die Gewerkschaft Verdi spricht sich für mehr Transparenz bei Beförderungen aus. Unternehmen sollen verpflichtet werden, ihre Führungskräfte regelmäßig zu evaluieren. Die Initiative „Macht neu denken“ sammelt bereits Unterschriften für eine entsprechende Petition. „Es ist Zeit, dass wir Macht anders verteilen“, sagt Initiatorin Laura Fischer. Die Diskussion zeigt, dass das Thema nicht nur auf Podcast-Ebene relevant ist, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen einfordert. Die vollständige Studie des Instituts für Arbeitsmarktforschung wird in den nächsten Wochen veröffentlicht.



