Ein anonymer Musikband aus dem 18. Jahrhundert entpuppt sich als Sensation: Die Französische Nationalbibliothek (BnF) hat in ihren Archiven ein bislang unbekanntes Manuskript von Wolfgang Amadeus Mozart gefunden. Wie der Bibliotheksdirektor Gilles Pécout mitteilte, bewerten Experten diesen Fund als eine der bedeutendsten Mozart-Entdeckungen der letzten Jahrzehnte.
Einblicke in Mozarts Pariser Zeit
Das 44-seitige Manuskript enthält Kompositionsübungen und sieben Stücke für Flöte und Harfe. Die Verwendung französischen Papiers und der Inhalt deuten darauf hin, dass das Heft aus den Unterrichtsstunden stammt, die Mozart zwischen Mai und Juli 1778 während seines letzten Aufenthalts in Paris gab. Seine Schülerin war Marie-Louise-Philippine de Guînes, eine talentierte Harfenistin aus einer adligen Musikerfamilie.
Mozart als Lehrer: Seltene Dokumente
Das im Februar entdeckte Musikheft wirft neues Licht auf Mozarts letzte Zeit in Paris. Es zeigt den jungen Komponisten in seiner täglichen Arbeit als Lehrer – einen bislang kaum dokumentierten Aspekt seines Schaffens. Die Handschriften von Lehrer und Schülerin stehen nebeneinander und dokumentieren offenbar die letzten Unterrichtsstunden.
Die letzte Übung blieb unvollendet, die letzten sechs Seiten sind leer – als wäre die Arbeit abrupt beendet worden. Tatsächlich endeten die Stunden mit der Hochzeit von Mademoiselle de Guînes am 26. Juli 1778. Mozart, geboren 1756 in Salzburg, starb 1791 in Wien im Alter von 35 Jahren.



