Zürich-»Tatort«: Kritik an klobiger Agenda-Politik
Zürich-»Tatort«: Kritik an klobiger Agenda-Politik

Der jüngste Zürcher »Tatort« mit dem Titel »Könige der Nacht« stieß bei Kritikern auf wenig Gegenliebe. In der Folge wird ein Forensiker durch einen unscheinbaren Vertreter ersetzt, der sich am Ende als psychopathischer Täter entpuppt. Der Fall dreht sich um einen ermordeten mazedonischen Stricher, der auf einer Drogenparty von einem Millionärssohn und dem Vertreter getötet wurde. Auf die Frage nach dem Motiv antwortet der Täter nur: »Weil wir es konnten.«

Im Zentrum der Handlung steht jedoch eine geflüchtete Frau aus Äthiopien, die Zeugin der Tat wird und ins Visier des Mörders gerät. Die Ermittlerinnen Grandjean und Ott versuchen, den Fall zu lösen, während die Flüchtende zur stillen Heldin wird. Die Kritik bemängelt, dass der Krimi auf klobige Weise eine Agenda verfolge: Reiche Monster, die Notleidende aus Lustgewinn quälen, und eine Spur, die bis in die Kantonspolizei Zürich führe.

Am Ende siege die Menschlichkeit, doch das Publikum sei bereits vor dem Ende erschöpft. Die Geschichte wirke wie ein reiner Wohlstandsdarwinismus, bei dem die Botschaft zu plump vermittelt werde. Die Kritik resümiert: »Vielleicht nervt dieser Krimi deshalb so sehr: Wenn die Menschlichkeit siegt, will man natürlich dabei sein. Aber hier ist man schon lange vor dem Ende erschöpft unter der klobig ausgebreiteten Agenda-Politik zusammengebrochen.«

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