Die Nachricht vom Tod seines Vaters traf Willi Banner (31) anders, als viele Menschen erwarten würden. In der ARD-Sendung „deep und deutlich“ spricht der Influencer und diesjährige „Let’s Dance“-Teilnehmer über Gewalt in seiner Kindheit, eine schwierige Familiengeschichte und einen Verlust, den er nach eigenen Worten bis heute nicht vollständig verarbeitet hat.
Vater bestimmte sportliche Laufbahn
Banner erzählt, dass sein Vater ihn schon früh zum Radsport brachte und seine sportliche Laufbahn bestimmte. Anfangs feierte er Erfolge, doch nach der Trennung seiner Eltern verschlechterte sich das Verhältnis zunehmend. Sein Vater habe schlecht über seine Mutter gesprochen und versucht, ihn gegen sie aufzubringen.
Willi nimmt seine Community regelmäßig mit durch seinen Alltag. Plattformübergreifend folgen ihm inzwischen über neun Millionen Menschen.
Willi Banner erfuhr in seiner Jugend Gewalt
Besonders eine Situation ist ihm bis heute im Gedächtnis geblieben. Nach einem Radrennen habe sein Vater auf der Heimfahrt wieder über seine Mutter geschimpft. Als Banner sie verteidigen wollte, eskalierte die Lage. „Ich habe es nicht mal ausgesprochen, schon habe ich eine Rückhand ins Gesicht bekommen“, erzählt er. Er habe dabei sogar an der Lippe geblutet. Das Verhältnis zu seinem Vater sei danach endgültig zerbrochen. Um aus der belastenden Situation herauszukommen, wechselte Banner später auf ein Sportinternat nach Cottbus. Dort trainierte er unter anderen Trainern und setzte seine Karriere fort.
Schwere Erkrankung des Vaters
Jahre später erkrankte sein Vater schwer an Diabetes. Wegen der Krankheit musste ihm schrittweise ein Bein amputiert werden. Während dieser Zeit habe sein Vater ihn ständig angerufen. „Fünf, sechs Mal am Tag hat er mich immer angerufen“, berichtet Banner. Anfangs sei er noch regelmäßig ans Telefon gegangen, später immer seltener. „Ich wollte dann auch mit ihm nicht mehr sprechen, obwohl es ihm eigentlich schlecht ging.“
„Ist halt einfach trotzdem mein Vater“
Als sein Vater starb, befand sich Banner in einem Trainingslager in Kroatien. Das genaue Jahr nennt er nicht. Die Nachricht erhielt er von seiner Mutter. Seine Reaktion überrascht: „Das war kein Schock für mich und ich habe auch keine Träne vergossen – bis zu dem Tag seiner Beerdigung.“ Ganz verarbeitet habe er den Verlust dennoch nicht. Wenn er über seinen Vater spreche, merke er manchmal, dass ihn die Geschichte bis heute beschäftige. „Ist halt einfach trotzdem mein Vater, auch wenn meine Kindheit schlecht war“, so Banner.
Chopper gab ihm neuen Halt
Nach dem Ende seiner Karriere als Profiradsportler fühlte er sich lange orientierungslos und einsam. Erst sein Rottweiler Chopper habe ihm wieder Halt gegeben. Mit dem Hund begann er, Inhalte für soziale Netzwerke zu veröffentlichen. Daraus entstand die Karriere, mit der er heute Millionen Menschen erreicht.



