Der in Ungnade gefallene frühere Prinz Andrew hat über Jahre hinweg sein privates Einkommen durch die Untervermietung von Cottages auf einem Anwesen aufgebessert, auf dem er selbst de facto mietfrei wohnte. Dies enthüllte am Freitag der britische Rechnungshof in einem offiziellen Bericht. Die Veröffentlichung erfolgte inmitten einer öffentlichen Debatte über die undurchsichtigen Immobilienverhältnisse des Königshauses, die von außen kaum nachvollziehbar sind.
Andrews Wohnsituation und Einnahmen
Andrew bewohnte mehr als 20 Jahre lang die „Royal Lodge“ auf dem königlichen Anwesen in Windsor bei London. Während der Bruder von König Charles III. für das Haus mit 30 Zimmern nur eine symbolische Miete zahlte und damit praktisch mietfrei wohnte, strich er nach Angaben des Rechnungshofes die Einnahmen aus der Untervermietung dreier kleinerer Häuser auf dem weitläufigen Gelände ein. „Die aus der Untervermietung erzielten Einnahmen flossen an Andrew Mountbatten-Windsor“, konstatierte der Rechnungshof. „Uns ist nicht bekannt, welche Miete verlangt wurde.“
Rechtliche und öffentliche Konsequenzen
Gegen Andrew laufen wegen seiner Verbindungen zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein offizielle Ermittlungen der britischen Justiz. König Charles III. hatte seinem Bruder bereits im vergangenen Herbst alle königlichen Titel und Ehren aberkannt. Im Februar durchsuchten Ermittler die „Royal Lodge“. Andrew musste daraufhin ausziehen und wohnt nun im entlegenen Sandringham. Auch die drei untervermieteten Cottages stehen laut Rechnungshof seit April leer. Der mittlere Sohn der verstorbenen Queen Elizabeth II. bestreitet jegliches Fehlverhalten.
Debatte über königliche Immobilien
Der Bericht des Rechnungshofes hat eine breite Diskussion über die Transparenz der Immobiliengeschäfte des britischen Königshauses ausgelöst. Kritiker fordern mehr Offenlegung, insbesondere bei der Nutzung und Vermietung von königlichen Liegenschaften. Die Affäre um Andrew und seine Untervermietungspraxis wirft ein Schlaglicht auf die privilegierte Stellung der Royals und die mangelnde Kontrolle über deren Finanzen.



