Los Angeles (USA) – Die meisten Männer würden nach einem Tritt zwischen die Beine zusammenbrechen. Johnny Knoxville (55) machte daraus eine Karriere. Er ließ sich von Bullen angreifen, auf sich schießen und von Explosionen durch die Luft schleudern. Seit mehr als 25 Jahren gilt bei der „Jackass“-Crew: Je verrückter, desto besser. Jetzt soll Schluss sein. Mit dem neuen Film „Jackass: Best and Last“ verabschieden sich Knoxville und seine Mitstreiter von einer Reihe, die Schmerz, Chaos und Fremdscham zum Erfolgsrezept machte. Im Gespräch mit BILD blickt Knoxville auf seine wildesten Jahre zurück.
Warum tut man sich das an?
Eine Frage begleitet „Jackass“ seit dem Start der MTV-Serie im Jahr 2000: Warum sollte jemand freiwillig Dinge tun, die so offensichtlich wehtun oder so eklig sind, dass sich einem beim Zuschauen der Magen umdreht? Knoxville sagt: „Dafür gibt es eigentlich keine Erklärung – außer, dass wir es lieben. Wir lieben es, mit unseren Freunden zusammenzukommen und völlig dumme Dinge zu machen.“ Das Konzept der Show ist simpel: „Man muss nicht verstehen, was gesagt wird oder worum es geht. Wenn jemand hinfällt und es macht Boom – dann lacht man einfach.“
Knoxville: „Scheiß auf das, was die anderen denken“
Von Kritikern ließ sich Knoxville nie beirren. „Wenn du an dich selbst, deine Vision und die Menschen glaubst, mit denen du arbeitest – wen interessiert dann, was andere denken?“ Und noch direkter: „Mach einfach weiter. Scheiß auf das, was die anderen denken.“ Knoxville gehört zu den Überlebenden seiner eigenen Karriere: „Ich bin selbst ein bisschen überrascht. Trotz aller Bemühungen habe ich es bis 55 geschafft“, sagt er und lacht.
Freundschaft auf dem Prüfstand
Genauso wichtig wie die Stunts ist die Freundschaft der Männer, die sich seit 25 Jahren gegenseitig durch die Hölle schicken. Aber wie funktioniert das, wenn ständig jemand dem anderen Schmerzen zufügt? Knoxville lacht: „Das Vertrauen ist auf einem historischen Tiefstand. Niemand vertraut irgendwem.“ Dann schiebt er hinterher: „Eigentlich dürfte so eine Freundschaft gar nicht funktionieren. Bei uns funktioniert es trotzdem.“
Ist das wirklich das Ende von Jackass?
Viele Fans gingen davon aus, dass „Jackass Forever“ aus 2022 bereits das Ende markieren würde. Knoxville widerspricht. „Das war nie als letzter Film geplant.“ Tatsächlich habe die Gruppe schon nach dem ersten Kinofilm gedacht, Schluss zu machen. „Dann haben wir Teil zwei gemacht. Danach haben wir gelernt, nie wieder zu sagen, dass es der letzte Film ist.“ Doch jetzt spricht die Crew selbst vom endgültigen Abschied. Aber ein Leben ganz ohne waghalsige Stunts? „Jackass war eine wunderbare Zeit meines Lebens und sie ist vorbei. Aber es gibt noch viele Möglichkeiten für andere wunderbare Momente.“ Ganz verschwinden werde die Truppe wohl trotzdem nicht. „Ich glaube, wir werden noch andere Filme mit den Jackass-Jungs machen. Nur eben kein Jackass mehr“, verrät Knoxville im BILD-Interview.



