Darf Fußball "ein bisschen afrikanisch" sein? Martenstein an Schweinsteiger
Darf Fußball "ein bisschen afrikanisch" sein?

Martenstein verteidigt Schweinsteiger gegen Rassismusvorwürfe

Harald Martenstein, Kolumnist der BILD, hat sich in einem offenen Brief an Bastian Schweinsteiger gewandt. Der ehemalige Fußballnationalspieler war wegen einer Aussage über den Spielstil der Elfenbeinküste kritisiert worden. Schweinsteiger hatte als TV-Experte gesagt, der Stil sei „ein bisschen afrikanischer Fußball natürlich“.

Martenstein zeigt sich unverständlich: „Ich habe echt nicht verstanden, wieso der Fußballstil einer Mannschaft aus Afrika nicht auch mal ‚ein bisschen afrikanisch‘ sein darf, also, wieso das rassistisch sein soll.“ Er fragt ironisch, ob es etwa keinen afrikanischen Fußballstil gebe. Der Kolumnist schlägt vor, zur politischen Korrektheit einfach zu sagen: „Die Elfenbeinküste spielt ein bisschen Fußball.“

Schweinsteigers Beschreibung: unorthodox, wild, unberechenbar

Schweinsteiger hatte den Stil der Ivorer als „ein bisschen unorthodox, ein bisschen wild, vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt, manchmal unberechenbar“ charakterisiert. Martenstein hält dies für eine Beschreibung von „supergutem Fußball“. Er vergleicht: Wenn man das Gegenteil sage – „sehr orthodox, sehr zahm, ganz von der Taktik geprägt, total berechenbar“ – wisse jeder sofort, dass Italien gemeint sei.

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Lediglich die Formulierung „ein bisschen wild“ findet Martenstein „fies“. Er empfiehlt: „Wenn schon, dann ‚sehr wild‘. Sehr wild macht jeden Gegner fertig.“ Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Sie spielen wie Eisbären auf Koks. Ich sage bewusst nicht ‚wie bekiffte Löwen‘, weil das auch schon wieder ein Klischee wäre.“

Martenstein schließt mit den Worten: „Ich finde Sie gut. Herzlich, Harald Martenstein.“

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