Kap Verde schreibt WM-Märchen: 2:2 gegen Uruguay nach Muslera-Patzer
Kap Verde schreibt WM-Märchen: 2:2 gegen Uruguay

Kap Verde hat bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko erneut für eine Sensation gesorgt. Der krasser Außenseiter, der bereits gegen Europameister Spanien ein 0:0 erkämpft hatte, holte auch gegen den Favoriten Uruguay ein 2:2-Unentschieden. Damit hat der WM-Neuling beste Chancen, die K.o.-Runde zu erreichen. Ein Sieg gegen Saudi-Arabien im dritten Gruppenspiel würde den Einzug ins Sechzehntelfinale bedeuten.

Historisches erstes WM-Tor für Kap Verde

Die Partie begann für Kap Verde optimal. Kevin Pina (29) traf in der 21. Minute mit einem Freistoß aus 31 Metern. Sein Schuss durchschlug die löchrige Mauer Uruguays und schlug im rechten unteren Eck ein. Es war das erste WM-Tor in der Geschichte der afrikanischen Inselgruppe, die nur etwas mehr als 500.000 Einwohner zählt. Der Jubel war riesig.

Doch Uruguay drehte die Partie noch vor der Pause. Ein Kopfball von Kap Verdes Sidney prallte an den Pfosten. Torwart Vozinha (40) streckte sich vergeblich, und Maxi Araujo verwertete den Abpraller per Flugkopfball zum 1:1-Ausgleich (44.). In der Nachspielzeit legte Araujo per Kopf für Agustin Canobbio auf, der nur noch einschieben musste – 2:1 für Uruguay (45.+6.).

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Mega-Patzer von Muslera leitet Ausgleich ein

In der zweiten Hälfte kämpfte sich Kap Verde zurück – begünstigt durch einen schweren Patzer von Uruguays Torwart Fernando Muslera (40). In der 61. Minute spielte Uruguays Verteidiger Olivera einen schlampigen Pass. Muslera stürmte unnötig 20 Meter aus seinem Kasten, doch Kap Verdes Helio Varela kam dazwischen, nahm den Ball mit dem Knie mit und traf aus 18 Metern ins leere Tor zum 2:2. Für Muslera war es bereits der zweite Patzer im Turnier: Beim 1:1 gegen Saudi-Arabien im Auftaktspiel hatte er ebenfalls nicht gut ausgesehen.

Kurz darauf patzte auch Kap Verdes Torwart Vozinha. Ein Schuss prallte vom Pfosten ab, Vozinha hatte den Ball schon sicher, ließ ihn dann aber fallen. Maxi Araujo staubte zum vermeintlichen 3:2 ab, doch der Treffer zählte wegen einer Abseitsstellung im Vorfeld nicht. Glück für Vozinha und Kap Verde.

Vozinha – vom Unbekannten zum Instagram-Star

Im Mittelpunkt steht einmal mehr Kap Verdes Torwart Vozinha. Der 40-Jährige, der für den portugiesischen Zweitligisten GD Chavez spielt, hatte vor der WM nur rund 50.000 Follower auf Instagram. Nach der Gala gegen Spanien explodierte die Zahl auf 15,1 Millionen – mehr als Manuel Neuer (14,8 Millionen).

Gegen Uruguay war auch Vozinhas Mutter Ana Candida Evora auf der Tribüne in Miami dabei. Sie hatte die Sensation gegen Spanien noch verpasst, weil sie die Visums-Kaution nicht zahlen konnte. Die US-Behörden ermöglichten ihr nun die Einreise und erließen sogar die Visa-Gebühren. Am Freitag kam sie in Miami an. Auch Vozinhas Bruder und Vater waren vor Ort.

Ausgangslage für die K.o.-Runde

Kap Verde hat nach zwei Spielen zwei Punkte und könnte mit einem Sieg gegen Saudi-Arabien sicher ins Sechzehntelfinale einziehen. Uruguay dagegen braucht im dritten Gruppenspiel gegen Spanien einen Sieg, um die K.o.-Runde zu erreichen. Für den WM-Neuling Kap Verde wäre der Einzug in die nächste Runde die Krönung eines Fußballmärchens.

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