Die Gewinne der chinesischen Industrieunternehmen sind im Mai 2026 zwar weiterhin zweistellig gewachsen, jedoch hat sich das Wachstum im Vergleich zum Vormonat abgeschwächt. Laut dem nationalen Statistikamt in Peking stiegen die Erträge im Mai um 21,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im April hatte das Plus noch bei 24,7 Prozent gelegen. Diese Entwicklung verdeutlicht die wachsende Kluft in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt: Während die Industrieproduktion und der Export die Konjunktur stützen, schwächelt die Binnennachfrage.
Gewinnwachstum in den ersten fünf Monaten
In den ersten fünf Monaten des Jahres kletterten die Gewinne der chinesischen Industrieunternehmen um insgesamt 18,8 Prozent. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Branchen. Angetrieben von einem weltweiten Investitionsboom im Bereich der Künstlichen Intelligenz sprangen die Erträge der Hersteller von Computern, Kommunikations- und Elektronikausrüstung von Januar bis Mai um 103,9 Prozent in die Höhe.
Autobauer mit Gewinneinbruch trotz starker Exporte
Dagegen brachen die Gewinne der Autobauer trotz starker Exporte um 19,8 Prozent ein. Die chinesische Wirtschaft leidet weiterhin unter einer anhaltenden Immobilienkrise und strukturellen Ungleichgewichten. Zudem sorgt der andauernde Iran-Konflikt für Unsicherheit bei Unternehmen, die angesichts des harten Wettbewerbs im Inland verstärkt auf das Auslandsgeschäft setzen.
Ausblick und Herausforderungen
Die schwache Binnennachfrage bleibt eine zentrale Herausforderung für die chinesische Wirtschaft. Während exportorientierte Branchen wie die Elektronikindustrie von der globalen KI-Nachfrage profitieren, leiden heimische Konsumgüterhersteller unter der Zurückhaltung der Verbraucher. Experten sehen zudem Risiken durch geopolitische Spannungen und die anhaltende Krise am Immobilienmarkt. Die Regierung in Peking hat bereits mehrere Konjunkturmaßnahmen ergriffen, um die Inlandsnachfrage zu stärken, doch die Wirkung bleibt bisher begrenzt.



