Ein Bild, das im März 2026 entstanden ist, zeigt mehr als tausend Worte: Es symbolisiert die dramatische Verschiebung der politischen Landschaft in Südamerika. Nach dem jüngsten Wahlsieg eines ultrakonservativen Hardliners in Kolumbien wird bald nur noch ein größeres Land des Subkontinents demokratisch links regiert: Brasilien. Doch auch dort könnte sich die Machtbalance schon bald ändern. Die Entwicklung wirft Fragen nach der Rolle des US-Präsidenten auf.
Rechtsruck in Südamerika: Fast alle großen Länder unter rechten Hardlinern
Mit dem Triumph des rechtsradikalen Kandidaten in Kolumbien, der sich gegen den linken Amtsinhaber durchsetzte, schließt sich der Kreis: Argentinien, Chile, Peru, Ecuador und nun auch Kolumbien werden von Regierungen geführt, die dem rechten bis rechtsextremen Spektrum angehören. Viele von ihnen pflegen enge Beziehungen zu Donald Trump und orientieren sich an dessen Politik. Brasilien unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bleibt vorerst die letzte linke Bastion – doch Lula steht innenpolitisch unter Druck, und Umfragen deuten auf einen möglichen Rechtsrutsch bei den nächsten Wahlen hin.
Kolumbien: Ein weiterer Sieg für die rechte Welle
Am vergangenen Sonntag setzte sich der ultrakonservative Kandidat in der Stichwahl mit 52,3 Prozent der Stimmen gegen den linken Amtsinhaber durch. Der Sieg wurde international als weiterer Erfolg der rechten Bewegung in Lateinamerika gewertet. „Das ist ein klares Signal: Die Menschen in Kolumbien haben sich für einen harten Kurs in Sicherheits- und Wirtschaftsfragen entschieden“, kommentierte ein politischer Analyst aus Bogotá. Der neue Präsident kündigte bereits an, die Beziehungen zu Washington zu vertiefen und den Kampf gegen Drogenkartelle zu verschärfen.
Brasilien: Die letzte linke Domäne wackelt
In Brasilien sieht sich Lula da Silva wachsender Kritik ausgesetzt. Die Inflation liegt bei 8,7 Prozent, und die Wirtschaftskrise belastet die Bevölkerung. Oppositionsführer Jair Bolsonaro, der bei der letzten Wahl knapp unterlag, hat bereits seine Kandidatur für 2026 angekündigt. Experten halten einen erneuten Rechtsruck für wahrscheinlich. „Sollte Brasilien kippen, wäre das ein historischer Einschnitt. Dann wäre der gesamte Kontinent von rechten Hardlinern regiert – mit Ausnahme weniger kleiner Länder wie Venezuela oder Bolivien“, sagte ein Politikwissenschaftler der Universität São Paulo.
Trumps Rolle: Unterstützung für die rechte Achse
Die Entwicklung kommt nicht von ungefähr: US-Präsident Donald Trump hat die rechten Bewegungen in Südamerika offen unterstützt. Sein Außenminister Marco Rubio traf sich mehrfach mit den neuen Führern Argentiniens und Kolumbiens. Wirtschaftshilfen und militärische Kooperationen wurden ausgeweitet. Kritiker werfen Trump vor, die Demokratie in der Region zu untergraben. „Die USA fördern gezielt autoritäre Tendenzen, um ihren Einfluss zu sichern“, erklärte ein Menschenrechtsexperte der Organisation Amerikanischer Staaten.



