Die ukrainische Führung hat bestätigt, dass ihre Streitkräfte in der Nacht zwei Raffinerien in Russland mit Drohnen attackiert haben. Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf Telegram, dass neben der bereits von russischen Behörden eingeräumten Anlage in Slawjansk-na-Kubani in der Region Krasnodar auch eine Raffinerie in der Region Jaroslawl getroffen worden sei, die etwa 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
Feuer in Raffinerie in Krasnodar – ein Toter
In der Raffinerie in Slawjansk am Kuban in der südrussischen Region Krasnodar brach nach dem ukrainischen Drohnenangriff ein Feuer aus. Der Gouverneur der Region, Wenjamin Kondratjew, teilte auf Telegram mit, dass ein Mensch bei dem Angriff ums Leben kam und eine weitere Person in einem nahegelegenen Dorf verletzt wurde. Die private Raffinerie hat eine Kapazität von rund 100.000 Barrel pro Tag. Zudem wurden auch in der Region Jaroslawl nordöstlich von Moskau Drohnenangriffe gemeldet, weshalb die Behörden vorübergehend Straßen in Richtung der Hauptstadt sperrten.
Selenskyj kündigt weitere Schläge gegen strategische Objekte an
Selenskyj kündigte weitere Angriffe auf strategische Ziele in Russland an. „Jede unserer Langstrecken-Sanktionen verringert die Ressourcen, die für die russische Kriegsmaschinerie arbeiten, und ist ein Schritt zum Frieden“, schrieb er. Die Ukraine setzt verstärkt auf Drohnenangriffe, um die russische Ölindustrie und militärische Infrastruktur zu treffen.
Erneut Angriffe auf Kiew – ein Verletzter
Die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde in der Nacht erneut angegriffen. Laut dem „Kyiv Independent“ waren mehrere Explosionen zu hören. Nach Angaben von Militärverwaltungschef Timur Tkatschenko wurde im Stadtteil Darnyzja mindestens eine Person verletzt. Die ukrainische Luftwaffe hatte zuvor vor ballistischen Waffen aus dem Norden gewarnt. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte auf Telegram mit, die Luftabwehr sei im Einsatz, und rief die Einwohner auf, in Schutzräumen zu bleiben. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.
Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und Militärziele
In der südrussischen Region Krasnodar wurde durch einen ukrainischen Drohnenangriff ein Feuer in einer Raffinerie ausgelöst. Neben der Anlage in Slawjansk-na-Kubani wurden mehrere Häuser, eine Strom- und eine Gasleitung beschädigt. In sozialen Netzwerken verbreitete Bilder und Videos lassen auf einen großen Brand schließen. Die Anlage hat eine Verarbeitungskapazität von vier bis fünf Millionen Tonnen Öl pro Jahr und wurde bereits mehrfach attackiert. Auch andere russische Regionen wie Jaroslawl oder Iwanowo meldeten Drohnenangriffe. Das russische Militär gab an, 213 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben, was auf eine massive Attacke hindeutet.
Selenskyj: Wichtige Militärfabrik in Wolgograd getroffen
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Selenskyj eine Fabrik in Wolgograd angegriffen, die Ausrüstung für Raketensysteme herstellt. Selenskyj bezeichnete die Anlage des Rüstungsunternehmens Titan-Barrikady als „großen industriellen Komplex“. Die Fabrik stelle Artilleriesysteme, militärische Spezialausrüstung und Komponenten für Raketenabschussvorrichtungen her. Sie sei von ukrainischen Raketen des Typs FP-5 Flamingo getroffen worden. Der Gouverneur der Region Wolgograd, Andrej Botscharow, bestätigte einen Angriff auf ein Unternehmen, bei dem zehn Menschen verletzt und Produktionsstätten beschädigt wurden. Er machte keine Angaben zum betroffenen Unternehmen.
Ukrainischer Geheimdienst attackiert Ölpumpstation für Moskau
Der ukrainische Geheimdienst SBU hat eigenen Angaben nach eine für die Treibstoffversorgung von Moskau wichtige Ölpumpstation mit Drohnen angegriffen. Getroffen worden sei ein technisches Gebäude der Station in Wtorowo nahe Wladimir östlich von Moskau. Es sei die zweite erfolgreiche Attacke innerhalb eines Monats auf die Anlage. Russische Behörden haben den Angriff bislang nicht bestätigt. Die Station Wtorowo gehört zum staatlichen Ölpipelinekonzern Transneft und pumpt unter anderem Diesel in die Moskauer Ringpipeline.
Selenskyj: Friedensvorschlag an Putin übermittelt
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Selenskyj ihre Vorschläge für Verhandlungen und eine Friedenslösung an Russland übermittelt. „Die Freunde von Putin haben von uns gehört, dass ein Treffen und ein Ende des Kriegs möglich sind“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Nähere Details gab er nicht bekannt. Zuvor hatte der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko über ein Treffen mit Abgesandten Selenskyjs berichtet. Zuletzt verhandelten Vertreter Russlands und der Ukraine im Februar unter US-Vermittlung in den Vereinigten Arabischen Emiraten, jedoch ohne bekannt gegebene Ergebnisse. Nach dem Beginn des von US-Präsident Donald Trump befohlenen Iran-Kriegs hat Washington seine Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Krieg stark zurückgefahren.
Ukrainische Energiebranche bereitet sich auf nächsten Winter vor
Die ukrainische Energiewirtschaft bereitet sich intensiv auf einen weiteren Kriegswinter vor. „Wir haben im vergangenen Winter unsere Lektion gelernt, die Energiefirmen, die Regierung, alle Beteiligten“, sagte DTEK-Vorstandschef Maksym Timtschenko bei der Wiederaufbau-Konferenz für die Ukraine in Danzig. In den außergewöhnlich kalten Wintermonaten Anfang des Jahres hatten russische Luftangriffe die ukrainischen Energienetze schwer beschädigt. In Kiew gab es für Hunderttausende Menschen über Wochen keine Heizung und kaum Strom. DTEK habe im Krieg dreimal bis zu 80 Prozent seiner Stromerzeugungskapazitäten verloren und sie immer wieder hergestellt. „Derzeit haben wir mit den Sanierungsarbeiten begonnen und unser Ziel ist es, noch vor dem Winter über ausreichende Kapazitäten zu verfügen“, sagte Timtschenko. Voraussetzung sei, dass die Anlagen nicht erneut durch Luftangriffe beschädigt würden; sie seien aber mittlerweile besser geschützt.
Spionage für Russland: Haftstrafen in Lettland
In Lettland sind ein Mann und eine Frau wegen Spionage für Russland zu Haftstrafen verurteilt worden. Das Gericht in Riga befand sie des Sammelns und der Weitergabe von vertraulichen Informationen für schuldig. Der Mann erhielt eine sechsjährige, die Frau eine fünfjährige Haftstrafe. Der bereits wegen Spionage vorbestrafte Mann wurde beschuldigt, einen Mithäftling aufgefordert zu haben, die Namen anderer Spionageverdächtiger herauszufinden. Die Frau soll die Daten während einer Reise nach Russland weitergegeben haben.
Kreml prüft Video mit schweren Vorwürfen eines Veteranen
Der Kreml will ein Video eines russischen Kriegsveteranen prüfen, in dem dieser Kommandeuren Folter und Mord an eigenen Soldaten vorwirft. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, er habe den Appell an Präsident Putin noch nicht gesehen, sprach aber von einer „seltsamen Formulierung“. In der Aufnahme beschuldigt der Veteran Alexander Lunin die Militärführung, Soldaten in Gruben festzuhalten, zu foltern und zu töten, wenn sie sich weigerten, „selbstmörderische Befehle“ auszuführen oder Geld zu zahlen. Lunin drohte damit, die Armee werde ihre Waffen gegen den Kreml richten, sollte er nicht bald eine persönliche, live im Fernsehen übertragene Audienz bei Putin erhalten. Das Video verzeichnete innerhalb von 24 Stunden mehr als zwölf Millionen Aufrufe. Instagram ist in Russland gesperrt, kann aber über VPN aufgerufen werden. Lunin legte keine Beweise vor; Peskow betonte, man werde sich die Aufzeichnung zunächst ansehen.
Ukraine und Russland tauschen hunderte Kriegsgefangene aus
Russland und die Ukraine haben hunderte Kriegsgefangene ausgetauscht. „Heute haben wir 160 Soldaten zurückgeholt“, teilte Selenskyj mit. Sie seien seit 2022 in Gefangenschaft gewesen, darunter reguläre Soldaten, Angehörige der Nationalgarde und der Grenztruppen. Die russische Nachrichtenagentur Tass meldete die Rückkehr von 160 russischen Kriegsgefangenen. Die Soldaten befinden sich demnach in Belarus und werden nach medizinischer Versorgung nach Russland gebracht. Vermittler waren die Vereinigten Arabischen Emirate.
Ukraine meldet Angriff auf russische Schiffe auf der Krim
Der ukrainische Geheimdienst SBU hat nach eigenen Angaben russische Marineschiffe und Luftabwehr-Radare in Kertsch auf der Krim angegriffen. Bei dem Drohnenangriff seien zwei Aufklärungs- und Minenlegeschiffe sowie eine Fracht- und Passagierfähre getroffen worden. Die Angriffe lösten ein großes Feuer aus. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.
Von Russland eingesetzte Behörden rufen Ausnahmezustand auf Krim aus
Die von Russland eingesetzten Behörden auf der Krim und in Sewastopol haben wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten den Ausnahmezustand ausgerufen. Tourismus und Ferienlager für Kinder wurden bis September ausgesetzt, begründet mit Treibstoffmangel und Sicherheitsbedenken. Tankstellen verkaufen seit dem 21. Juni keinen Kraftstoff mehr an Privatpersonen und Unternehmen. Der von Russland ernannte Chef der Krim, Sergej Aksjonow, erklärte, der Ausnahmezustand solle schnellere Entscheidungen ermöglichen. Ukrainische Drohnen haben verstärkt die Treibstoffversorgung der Halbinsel ins Visier genommen.
EU-Kommission will Schutzstatus für Ukrainer bis März 2028 verlängern
Die EU-Kommission schlägt vor, den vorübergehenden Schutzstatus für Geflüchtete aus der Ukraine bis März 2028 zu verlängern. Angesichts des andauernden russischen Angriffs sei weiter Flexibilität nötig.
EU will wehrfähigen Ukrainern Flucht erschweren
Ukrainische Männer sollen sich dem Kriegsdienst künftig schwerer entziehen können. 23- bis 60-Jährige ohne Ausreiseerlaubnis sollen nach einem Vorschlag der EU-Kommission von den vereinfachten Aufnahmeregeln für Flüchtlinge ausgenommen werden.
Russland meldet massiven ukrainischen Drohnenangriff
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass 660 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten und der Krim abgewehrt worden seien. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass bezeichnete dies als heftigsten ukrainischen Drohnenangriff seit Jahresbeginn. Der Gouverneur der Region Tula berichtete von 157 abgewehrten Drohnen; in Nowomoskowsk wurden eine Hochspannungsleitung und ein Industriebetrieb beschädigt. In Nowomoskowsk liegt der Chemiebetrieb Asot, der Ammoniak und Salpetersäure herstellt – Stoffe, die auch zur Sprengstoffherstellung genutzt werden können.
IAEA: Wichtige Stromleitung am AKW Saporischschja repariert
Am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sind nach Angaben der IAEA wichtige Reparaturen abgeschlossen worden. Die Reparatur einer zentralen Stromleitung und weiterer Infrastruktur erfolgte während einer lokalen Feuerpause. Die Stromleitung sei jedoch noch nicht wieder in Betrieb genommen, da das Umspannwerk schwer beschädigt sei.
Nato will neue Rüstungsaufträge in Milliardenhöhe bekanntgeben
Die Nato will auf ihrem Gipfel im Juli in Ankara neue Rüstungsaufträge in zweistelliger Milliardenhöhe bekanntgeben, kündigte Generalsekretär Mark Rutte an. Das Bündnis werde zudem seine Unterstützung für die Ukraine zusichern.
Selenskyj billigt 40-tägige Kampagne gegen Russland
Selenskyj billigte nach Beratungen mit dem Geheimdienstchef eine 40-tägige Offensive gegen russische Ziele. Ziel sei es, Druck auf den Aggressor auszuüben, um ein Ende des Krieges zu erzwingen.
Lukaschenko ruft zu Verhandlungen auf
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko rief zu Verhandlungen im Ukraine-Krieg auf. Er habe eine Delegation Selenskyjs empfangen und davor gewarnt, Belarus in den Krieg hineinzuziehen. „Lasst uns verhandeln, Leute“, sagte er.
Ukraine bekommt 3,4 Milliarden Dollar von der Weltbank
Die Ukraine soll nach Angaben von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko weitere 3,39 Milliarden US-Dollar als Hilfen von der Weltbank bekommen. Davon sind 2,35 Milliarden US-Dollar Zuschüsse zur Stabilisierung, 1,04 Milliarden US-Dollar als Kredit für wirtschaftliche Entwicklung, garantiert durch Großbritannien und Japan.



