Ein originales Stück der Berliner Mauer im Garten eines Londoner Hauses sorgt für einen Nachbarschaftsstreit und behördliche Ermittlungen. Der 65-jährige Immobilienentwickler Steven Thorpe ließ im Februar ein 2,8 Tonnen schweres und 3,10 Meter hohes Mauersegment in seinen Garten im Stadtteil Herne Hill transportieren. Doch kaum stand das historische Betonteil, beschwerte sich ein Nachbar bei der Stadtverwaltung – mit Erfolg.
Nachbar erstattet Anzeige wegen fehlender Genehmigung
Der Nachbar fragte Thorpe, ob er eine Baugenehmigung für die Aufstellung habe. Als dieser verneinte, reichte der Mann Beschwerde beim Bezirk Southwark ein. „Ich dachte ehrlich gesagt nicht, dass ich dafür eine Genehmigung brauche. Für mich ist es ein Kunstwerk“, sagte Thorpe gegenüber der Nachrichtenagentur SWNS. Die Behörde bestätigte den Eingang der Beschwerde und prüft nun, ob weitere Schritte nötig sind.
Mauerstück aus Ostdeutschland importiert
Thorpe hatte das Mauerstück nach eigenen Angaben von einem Landwirt in Ostdeutschland gekauft. Ein Freund machte ihn auf den Verkauf aufmerksam. Anschließend ließ er das mehrere Tonnen schwere Betonteil per Lkw und Fähre nach Großbritannien transportieren. „Der Fall der Berliner Mauer war das bedeutendste historische Ereignis meines Lebens“, erklärte Thorpe.
Kinder aus der Nachbarschaft als Besucher
Seit der Aufstellung kommen regelmäßig Kinder aus der Nachbarschaft vorbei, um sich das Mauerstück anzusehen. Thorpe hat dafür sogar ein kleines Informationsheft über die Berliner Mauer drucken lassen. Er hofft nun, dass die Behörde die Aufstellung nachträglich genehmigt. Der Fall zeigt, wie ein Symbol der Freiheit zum Streitobjekt in einem Londoner Wohnviertel werden kann.



