Die USA haben damit begonnen, Migranten in den kleinen Pazifik-Inselstaat Palau abzuschieben. Das Büro von Palaus Präsidenten Surangel Whipps teilte am Mittwoch mit, dass der erste aus den USA abgeschobene Einwanderer bereits Ende Mai eingetroffen sei. „Wir brachten ihn zu seiner vorübergehenden Unterkunft und halfen ihm, ein Telefon anzuschließen und sich einzurichten“, hieß es aus dem Präsidialamt.
Hintergrund des Abkommens
US-Präsident Donald Trump hat die Migrationspolitik seines Landes massiv verschärft. Wenn Migranten nicht in ihr Heimatland abgeschoben werden können, weil ihnen dort laut US-Gerichten Folter oder Verfolgung drohen, sollen sie in Drittländer gebracht werden. Palau ist ein solches Drittland. Der kleine Pazifikstaat hatte im Dezember vergangenen Jahres ein millionenschweres Migrationsabkommen mit den USA geschlossen. Darin erklärte sich der Inselstaat zur Aufnahme von insgesamt 75 Menschen bereit. Im Gegenzug sagten die USA Investitionen in Höhe von 7,5 Millionen Dollar (etwa 6,6 Milliarden Euro) zu.
Palau: Ein kleiner Inselstaat im Pazifik
Palau liegt rund 800 Kilometer östlich der Philippinen und ist seit 1994 unabhängig. Mit rund 20.000 Einwohnern, die sich auf Hunderte von Vulkaninseln und Korallenatolle verteilen, gilt Palau gemessen an seiner Bevölkerungszahl als eines der weltweit kleinsten Länder. Im Jahr 2022 besuchte die damalige Außenministerin Annalena Baerbock den Inselstaat.
Details zur Umsetzung
Die infrage kommenden Migranten seien nicht vorbestraft und sollten dazu beitragen, einen Engpass an Arbeitskräften in Palau zu beheben, hatte die Regierung des Landes im Dezember erklärt. Palau werde „von Fall zu Fall entscheiden, welche Personen im Rahmen der Vereinbarung nach Palau einreisen dürfen“. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, Millionen von Einwanderern ohne gültige Papiere abzuschieben – auch in Drittstaaten. Im März 2025 hatte die US-Regierung mehr als 280 Menschen nach El Salvador abgeschoben, wo sie in einem berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis inhaftiert wurden. Ein Betroffener berichtete von Folter durch das Wachpersonal.
Auswirkungen und Reaktionen
Das Abkommen mit Palau ist Teil einer umfassenderen Strategie der Trump-Administration, die Abschiebepraxis auszuweiten. Während die USA die Investitionen als Gegenleistung für die Aufnahmebereitschaft Palaus betonen, sehen Kritiker darin eine Umgehung von Schutzstandards für Migranten. Palau selbst erhofft sich durch die Aufnahme der Migranten eine Linderung des Arbeitskräftemangels. Die ersten Schritte der Umsetzung zeigen, dass die USA bereit sind, auch entlegene Inselstaaten in ihre Abschiebepolitik einzubeziehen.



