In der Region um Bordeaux sind erneut schwere Waldbrände ausgebrochen. SPIEGEL-Reporter Frank Hornig berichtet von der Front: Die Einsatzkräfte haben in den vergangenen Tagen riesige Schneisen in die Wälder geschlagen, um die Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Die Brände haben bereits 42.000 Hektar Land zerstört. Nun steigen die Temperaturen wieder auf 40 Grad Celsius, trockene Winde verschärfen die Lage.
Drastische Maßnahmen der Feuerwehr
Die Feuerwehr greift zu rigorosen Mitteln. „Man hat riesige Schneisen in den Wald geschlagen“, sagt Hornig. „Eine brutale, wirklich harte Methode, um dieses Riesenfeuer irgendwie zu stoppen.“ Die Schneisen erstrecken sich über geschätzt 100 Kilometer Länge. Sie dienen dazu, die Brandausbreitung zu unterbrechen.
Feuerwehrsprecher Wilfried Schneider erklärt: „In diesem Waldgebiet gibt es eine durchgehende Kiefernwaldfläche. Doch mit diesen Brandschneisen, die hier in Nord-Süd-Richtung verlaufen, lässt sich tatsächlich eine Unterbrechung des Waldes schaffen, um das Feuer zu verlangsamen.“
Die Situation vor Ort
Hornig beschreibt die Lage: „Hier sieht man ganz gut, mit welchen Problemen die Einsatzkräfte zu kämpfen haben. Die Bäume fangen Feuer, es sind einfach so Brandherde, die Stunden und Tage aktiv sein können.“ Trotz vorübergehender Beruhigung am Vortag wächst die Nervosität. „Wie gestern ein Sprecher der Feuerwehr sagte: Wir sind noch nicht die Herren des Feuers. Die Temperaturen sollen wieder auf 40 Grad steigen, es soll wieder trockene Winde geben. Insofern wachsen die Sorgen gerade wieder. Die Nervosität ist groß.“
Überall in der Gegend sind Lastwagen unterwegs, die große Holzstämme abtransportieren. „Das ist im Moment die Hauptarbeit der letzten zwei, drei Tage gewesen, Schneisen in einer Länge von vielleicht 100 Kilometern hier ins Umland zu schlagen“, sagt Hornig.
Ausblick
Die Einsatzkräfte bleiben in höchster Alarmbereitschaft. Die Kombination aus extremer Hitze, Trockenheit und Wind macht die Löscharbeiten extrem schwierig. Die Brandschneisen sind eine letzte Option, um die Katastrophe einzudämmen. Doch ob sie ausreichen, bleibt ungewiss. Die Feuerwehr ist weiterhin im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.



