Erstmals wurden in Deutschland 41,7 Grad gemessen – in Neißemünde (Brandenburg). Der Deutsche Wetterdienst erwartet Temperaturen bis zu 42 Grad. Die extreme Hitze birgt neue, tödliche Gefahren, auf die Verbraucher dringend achten sollten.
Überhitzte Wohnungen: Lebensgefahr im Dachgeschoss
Laut Umweltbundesamt heizen sich Räume auf über 30 Grad auf. In Dachgeschosswohnungen kann die Temperatur lebensbedrohlich werden: In Köln wurden am Freitag sieben Bewohner mit Hyperthermie (Körpertemperatur über 42 Grad) bewusstlos aufgefunden, eine Person musste reanimiert werden. Experten raten, Wärmequellen wie Backofen, Herd, Wäschetrockner und alte Leuchtmittel (Halogen, Glühbirnen) zu vermeiden.
Gefährlicher Hitze-Hack: Rettungsfolie kann Fenster zerspringen lassen
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Fenster tagsüber geschlossen zu halten und außen liegenden Sonnenschutz zu nutzen. Wichtig: Rollläden so schließen, dass die Lüftungsschlitze offen bleiben, um Hitzestau zu vermeiden. Ein gefährlicher Trend in sozialen Medien warnt davor: Das Abkleben von Fenstern mit Rettungsfolie kann bei extremer Hitze dazu führen, dass das Glas zerspringt.
Sport in der Hitze: Ärztliche Leiterin warnt
„Viele überschätzen ihre Kräfte und treiben während der Hitzewelle Sport. Ich kann nur an alle appellieren, dies nicht zu tun“, sagt Hannah Makait (39), ärztliche Leiterin des Krankenhauses Köln-Mehrheim. Sportveranstaltungen werden abgesagt. Feuerwehren und Rettungsdienste arbeiten im Dauereinsatz, Notlazarette wurden eingerichtet.
Badetote: Kälteschock durch Temperaturunterschied
Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft meldet mehr als 20 Badetote in den vergangenen drei Tagen. DLRG-Sprecher Martin Holzhause warnt: „Diese Hitze ist eine hohe Belastung für den Kreislauf. Der Temperaturunterschied ist ein großes Problem. Damit kann ich einen Kälteschock erleiden.“ Es drohen Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und Panikreaktionen – besonders riskant in Kombination mit Alkohol.
Überhitztes Auto: Verbrennungen und Explosionsgefahr
Im Auto werden nach einer Stunde über 50 Grad erreicht. Der ADAC empfiehlt ausreichend kühle Getränke (mindestens zwei Liter) und zusätzliche Pausen. Lenkrad, Gurtschlösser oder Kindersitze können sich auf bis zu 80 Grad erhitzen – Verbrennungsgefahr. Handys und Feuerzeuge sollten aus dem Fahrzeug entfernt werden, da Explosionsgefahr besteht.
Glühend heiße Gegenstände: Wasserschlauch verbrüht Mädchen
In Neuss (NRW) spielte ein Mädchen mit einem Wasserschlauch, der länger in der Sonne lag. Als Restwasser herausschoss, verbrühte sich das Kind und erlitt schwere Gesichtsverletzungen. Auch harmlose Gegenstände können im Freien glühend heiß werden.



