Hitzewelle in Deutschland: Rekord von 41,5 Grad, Unwetter drohen
Hitzewelle: Rekord von 41,5 Grad, Unwetter drohen

Neuer Hitzerekord in Deutschland: 41,5 Grad in Sachsen-Anhalt

Die Hitzewelle in Deutschland hat am Samstag einen neuen Höhepunkt erreicht: Nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde an der Messstation in Drewitz im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt gegen 16:30 Uhr eine Temperatur von 41,5 Grad Celsius gemessen. Damit wurde der erst am Freitag in Saarbrücken-Burbach aufgestellte Rekord von 41,3 Grad übertroffen. Auch die Messstation in Saarbrücken-Burbach wies mit 41,4 Grad einen höheren Wert aus. „Die Daten sind noch vorläufig, aber es ist durchaus möglich, dass am Sonntag weitere Rekorde fallen“, sagte ein DWD-Sprecher.

Unwettergefahr am Sonntag: Starkregen, Hagel und Sturmböen

Der Deutsche Wetterdienst warnt für Sonntag vor Unwettern mit heftigem Starkregen, schweren Sturmböen und großem Hagel. In einigen Regionen seien bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter möglich. „Extreme Unwetter sind nicht ausgeschlossen“, erklärte ein DWD-Meteorologe. Die Gewitter werden am Nachmittag und Abend vor allem in Nordseenähe und von den westlichen Mittelgebirgen bis in den Nordosten erwartet. In der Nacht zum Montag sollen erneut schwere Gewitter mit Starkregen folgen.

Hitzeschäden auf Autobahnen: A2, A93 und A10 betroffen

Die anhaltende Hitze hat zu Fahrbahnschäden auf mehreren Autobahnen geführt. Der ADAC listet betroffene Strecken auf: Die A2 bei Burg in Sachsen-Anhalt ist in Richtung Hannover voraussichtlich bis Sonntagnachmittag gesperrt. Auch zwischen Ziesar und Wollin in Brandenburg ist die Fahrbahn in Richtung Potsdam dicht. Auf der A93 in Bayern gibt es zwischen Weiden-Süd und Luhe Wildenau in Richtung Regensburg Schäden, der linke Fahrstreifen bleibt bis kommende Woche gesperrt. Auf der A10 bei Berlin-Marzahn ist der linke Fahrstreifen in Richtung Frankfurt (Oder) blockiert. Die Autobahnpolizei meldete zudem eine neue Schadenstelle bei Irxleben in Sachsen-Anhalt auf der A2 Richtung Berlin.

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Extreme Hitze in Städten: Köln und Dormagen besonders betroffen

In Köln mussten am Freitag sieben Menschen aus Dachgeschosswohnungen gerettet werden, nachdem sie kollabiert waren. Ihre Körpertemperatur lag bei über 42 Grad. Feuerwehrsprecher Ulrich Laschet sagte: „Dabei handelte es sich nicht um ältere Menschen, sondern um Personen zwischen 40 und 60 Jahren.“ Die Feuerwehr holte am Samstag zusätzliche Kräfte in den Dienst. In Dormagen in Nordrhein-Westfalen wurden Bewohner eines Seniorenheims wegen Temperaturen von bis zu 35 Grad aus dem Gebäude gebracht. Ein Bewohner starb in der Nacht, die Ursache wird noch ermittelt.

Patientenschützer und Hausärzte kritisieren mangelnden Hitzeschutz

Die Stiftung Patientenschutz forderte mehr Investitionen in Pflegeheime. „Wieder leiden viele der 800.000 Pflegeheimbewohner unter den extremen Temperaturen“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband warf der Bundesregierung Versagen vor. „Bis heute ist de facto nichts passiert“, kritisierte Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth. Sie erinnerte an ein vor drei Jahren angekündigtes Maßnahmenpaket, das nie umgesetzt wurde.

Deutsche Bahn rät von nicht notwendigen Reisen ab

Die Deutsche Bahn empfiehlt, am Wochenende auf nicht dringend notwendige Reisen im Fern- und Regionalverkehr zu verzichten. „Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist an diesem Wochenende stark von der Rekord-Hitze betroffen“, hieß es in einer Mitteilung. Auch der Zugverkehr am Stuttgarter Hauptbahnhof wurde wegen eines Böschungsbrands eingestellt.

Wassersparen und Hitzeaktionspläne gefordert

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund rief die Bürger zum Wassersparen auf. Hauptgeschäftsführer André Berghegger sagte: „Bei dieser Hitze appelliere ich dringend an den gesunden Menschenverstand, mit Wasser sparsam umzugehen.“ Notfalls müssten Verbote ausgesprochen werden. Das Umweltbundesamt forderte Hitzeaktionspläne für Städte. „Mit mehr Stadtbäumen, Verschattung und Entsiegelung können wir die Temperaturen senken“, sagte Präsident Dirk Messner.

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Wissenschaftler: Ohne Klimawandel wäre Hitzewelle 3,5 Grad kühler

Forscher der Organisation World Weather Attribution betonen, dass die aktuelle Hitzewelle ohne den Klimawandel „praktisch unmöglich“ wäre. Eine Hitzewelle im damaligen Klima wäre rund 3,5 Grad weniger heiß gewesen. Der Klimawandel sei der maßgebliche Treiber hinter den rekordverdächtigen Temperaturen.