Neun von zehn Vertretern des afrikanischen Kontinentalverbands (Caf) haben bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko die K.o.-Phase erreicht – so viele wie nie zuvor. Diese Quote erzielte kein anderer Kontinent bei diesem Turnier. Die Teams aus Afrika trumpfen mit starken Leistungen auf, angeführt von Überraschungsteam Kap Verde und Titelanwärter Marokko.
Kap Verde als Überraschungsteam
Kap Verde, das mit drei Unentschieden die Gruppe überstand, trifft nun auf Titelverteidiger Argentinien. Stürmer-Ikone Zlatan Ibrahimović sagte: „Ist dies das Turnier der afrikanischen Teams? Wir werden es herausfinden.“ Dänemarks Torwart-Legende Peter Schmeichel verwies auf Parallelen zu Italien 1982: „Italien hat 1982 alle drei Gruppenspiele Unentschieden gespielt und ist Weltmeister geworden. Kap Verde hat drei Unentschieden. Träume groß!“ Thierry Henry bezeichnete Kap Verde als „die Geschichte der WM“.
Marokko träumt vom Titel
Marokko, das 2022 in Katar das Halbfinale erreichte, hat noch größere Ambitionen. Trainer Mohamed Ouahbi erklärte: „Wir haben alle Zutaten, um die beste Nation zu sein. Ich glaube daran, die Spieler glauben daran.“ Der Erfolg von 2022 habe das Selbstvertrauen gestärkt. „Ich denke, es ist eine Frage des Glaubens. Zuvor haben afrikanische Teams nicht so recht an sich geglaubt“, ergänzte Südafrikas Trainer Hugo Broos. „Der Glaube wächst. Es ist zu früh zu denken, dass wir morgen einen afrikanischen Weltmeister haben werden. Aber es kann passieren.“
Afrikas fußballerischer Fortschritt
Senegals Trainer Pape Thiaw sieht einen „großen afrikanischen Fortschritt“. Das 0:0 von Kap Verde gegen Europameister Spanien war für ihn keine Überraschung. Ghanas Stürmer Brandon Thomas-Asante sagte: „Lange Zeit wurde angezweifelt, ob afrikanische Mannschaften etwas Großes erreichen können. Deswegen freue ich mich, dass wir hier so viel Erfolg haben.“ Kongos Trainer Sébastien Desabre, ein Franzose mit 15 Jahren Erfahrung in Afrika, meinte: „Für mich ist es nur eine Frage der Zeit. Die Strukturen werden besser, die Trainer werden besser, die Spieler werden besser.“
Afrikas Stars und Nachwuchstalente
Die Stars des Kontinents wie Mohamed Salah (Ägypten), Sadio Mané (Senegal) oder Achraf Hakimi (Marokko) sind weltweit bekannt. Die nächste Generation mit Yan Diomande (Elfenbeinküste), Ismael Saibari (Marokko) oder Ayyoub Bouaddi (Marokko) sammelt bereits WM-Erfahrung. Neben Marokko und Kap Verde stehen Ägypten, Algerien, Ghana, die Elfenbeinküste, Senegal und Südafrika im Sechzehntelfinale. Südafrika, das nach einem schwachen Auftakt gegen Mexiko bereits abgeschrieben war, rettete in den letzten sieben Minuten gegen Tschechien ein Unentschieden, besiegte dann Südkorea und überstand damit erstmals die Vorrunde bei einer WM-Teilnahme.



