Kaum ist die historische Hitzewelle vorbei, droht Deutschland bereits die nächste Extremhitze. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte die vergangene Hitzewelle als „eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher“ eingestuft. Mit 41,7 Grad in Coschen in Ost-Brandenburg wurde am vergangenen Sonntag ein neuer Temperaturrekord aufgestellt. Nun warnt Meteorologe Alban Burster von „wetter.com“ vor einer weiteren Hitzewelle mit möglichen Temperaturen bis zu 45 Grad.
Meteorologe erwartet neue Hitzewelle
„Wir sehen ganz klare Tendenzen, dass die nächste Hitzewelle folgt“, sagt Burster. Laut dem Experten deuten die Prognosen für den Juli auf „signifikant überdurchschnittliche Temperaturen“ hin. Dass sich die Hitzewelle mit Temperaturen wie am vergangenen Wochenende wiederholt, bezeichnet Burster als „reine Formsache“. Wer sich die Wetterkarten der kommenden Woche anschaue, könne „regelrecht eine Kopie der letzten Hitzewelle sehen“. Burster warnt: „Uns könnten bis zu 45 Grad in der nächsten Woche erwarten. Wenn es dazu kommt, sprengt das wirklich alles, was wir bisher in Deutschland erlebt haben.“
Ursache: Frühe Hitzewelle und warme Meere
Als Grund für die drohende Hitze nennt Burster die frühe und ebenfalls historische Hitzewelle im Mai in Westeuropa, vor allem in Frankreich und England. Temperaturen von weit über 30 Grad im Frühjahr hätten die Wasseroberflächentemperatur drastisch erhöht. „Wasser ist ein sehr guter Wärmespeicher und hat einen großen Einfluss darauf, wie sich ein Wetterhoch und ein Wettertief positionieren“, erklärt er. Eine Hitzeglocke, wie Deutschland sie erlebt hat, „liebt es, wenn es warm in der Umgebung ist“. Die Hitze habe sich über Westeuropa gestaut und sei dann nach Mitteleuropa gelangt. „Diese Wärme hat aber auch wieder dazu geführt, dass sich die Wassertemperatur noch einmal ordentlich erhöht“, so Burster. Aus diesem Grund sei es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Hitze wiederhole.
Klimakrise macht Hitzewellen wahrscheinlicher
Der DWD hatte bereits vor dem Höhepunkt der Hitzewelle mitgeteilt, dass diese ohne den menschengemachten Klimawandel nicht möglich gewesen wäre. Dabei beruft sich der Wetterdienst auf eine Studie der „World Weather Attribution“. „Eine vergleichbare Juni-Hitzewelle wie in diesem Jahr wäre demnach im Jahr 1976 um 3,5 Grad kälter gewesen und im Jahr 2003 um etwa 2 Grad kälter gewesen“, heißt es. Die Klimakrise sorge laut Burster nicht nur für heißere oder kältere Temperaturen. Das größte Problem seien die immer wärmer werdenden Meere. „Dadurch gibt es keine Garantie mehr für eine beständige Wetterlage.“ Wechselhaftes Sommerwetter wie in früheren Jahren könne kaum noch stattfinden. Phänomene wie die Hitzeglocke würden immer wahrscheinlicher. „Das werden wir in den kommenden Jahrzehnten in Deutschland spüren“, macht Burster deutlich.
Vergleich mit Jahrhundertsommer 2003
Burster zufolge könnte die drohende Hitzewelle selbst den „Jahrhundertsommer“ 2003 in den Schatten stellen. Dennoch warnt er vor Panik: Gerade weil viele Menschen wegen der vergangenen Hitzewelle noch „emotionalisiert“ seien, müsse man aufpassen. Genaue Prognosen könne derzeit noch niemand seriös treffen. Für die kommende Woche müsse aber mit einer „beständigeren Hitzewelle“ gerechnet werden, die sich aus dem Südwesten über Deutschland ausbreitet.



