Eine 24-jährige Aktivistin der Gruppe „Peacefully Against Genocide“ hat sich am Dienstagvormittag vor dem Rheinmetall-Werk im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen auf dem Boden festgeklebt. Wie ein auf Instagram veröffentlichtes Video zeigt, wurde sie von Polizeibeamten weggetragen und in Gewahrsam genommen. Die Aktion gilt als Auftakt einer angekündigten Protestwoche, die das Werk vom 8. bis 15. Juli „lahmlegen“ soll.
Hintergrund: Angekündigte Protestwoche gegen Rüstungsproduktion
Bereits vor Wochen hatte ein pro-palästinensisches Bündnis angekündigt, das Rheinmetall-Werk in der Scheringstraße ab dem 8. Juli blockieren zu wollen. Die Gruppe wirft dem Rüstungskonzern vor, durch Waffenlieferungen an Israel zur Fortführung des Krieges in Gaza beizutragen. In der Fabrik soll ab Mitte des Jahres Munition für großkalibrige Waffen hergestellt werden. Die Aktivistin erklärte in dem Video, ihr Ziel sei es, die Zufahrt zu blockieren und die Waffenproduktion zu stoppen.
Polizei bestätigt Festnahme
Eine Polizeisprecherin bestätigte dem Tagesspiegel, dass Beamte eine 24-jährige Frau weggetragen hätten, die sich auf dem Boden eines Firmengeländes in der Scheringstraße festgeklebt hatte. Ob es sich dabei um das Rheinmetall-Werk handelte, konnte sie nicht sagen. Nach dem Vorfall wurde die Frau in Polizeigewahrsam gebracht. Aufnahmen zeigen mehrere Einsatzkräfte vor der Aktivistin, die auf dem Boden sitzt und mit den Händen ein Peace-Zeichen formt.
Vorangegangene Aktionen und Ausblick
In den vergangenen Monaten hatten Aktivisten des Bündnisses sich wiederholt vor dem Gebäude festgeklebt. Ende Mai richteten Polizisten ihre Dienstwaffen auf zwei Aktivisten, die die Zufahrt mit einem Transporter blockierten. Die Gruppe kündigte auf Instagram an: „Vom 8. bis 15. Juli werden wir im Wedding zusammenkommen und diese Fabrik mit unserem Mut und unserer Entschlossenheit lahmlegen.“ Weitere Aktionen werden in den kommenden Tagen erwartet.



