Ein Tanker aus Katar ist in der Straße von Hormus von einem unbekannten Geschoss getroffen worden und in Brand geraten. Die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) bestätigte den Vorfall am Dienstagmorgen. Der Angriff ereignete sich rund acht Seemeilen vor dem omanischen Küstenort Lima. Die Besatzung meldete einen Treffer und ein ausgebrochenes Feuer, verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.
Revolutionsgarden im Verdacht
Wer hinter dem Angriff steckt, bleibt zunächst unklar. Das Portal „Axios“ berichtete unter Berufung auf zwei US-Beamte, die iranischen Revolutionsgarden hätten mindestens zwei Raketen auf Frachter abgefeuert. Einer der Beamten sagte demnach, zwei Schiffe seien durch den Beschuss stark beschädigt worden. Eine offizielle Reaktion der US-Regierung blieb zunächst aus. Der Vorfall ereignet sich nur eine Woche nachdem die USA militärisch gegen den Iran vorgegangen waren, dabei wurden unter anderem Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Überwachungsinfrastruktur angegriffen.
Wadephul fordert iranische Beteiligung an Minenräumung
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat eine finanzielle Beteiligung des Iran an einer möglichen europäischen Minenräummission in der Straße von Hormus ins Spiel gebracht. „Der Iran hat rechtswidrig eine internationale Seefahrtsstraße vermint“, sagte Wadephul dem „Handelsblatt“. Zwar werde Deutschland bei einer Räumung der Fahrrinne durch europäische Staaten vorerst keine Gebühren verlangen, im Grunde sei dies jedoch gerechtfertigt. Der Iran müsse für den von seinem Regime angerichteten Schaden aufkommen. Eine Entscheidung über eine Beteiligung der Bundeswehr soll noch im Sommer fallen.
Trauerfeiern für Chamenei gehen weiter
Im Iran gehen die öffentlichen Trauerfeierlichkeiten für den getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei den vierten Tag in Folge weiter. In der Pilgerstadt Ghom leitete der 93-jährige Kleriker Abdullah Dschawadi-Amoli das Totengebet. Menschenmassen säumten die Straßen. Am Mittwoch sind Zeremonien im Irak geplant, ehe Chamenei am Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden soll. Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet worden.
Iran lehnt Verhandlungen unter Drohungen ab
Irans Außenminister Abbas Araghchi hat Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen mit den USA abgelehnt, solange die Drohungen aus Washington andauern. „Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen werden nicht beginnen, wenn die Drohungen anhalten“, schrieb Araghchi auf X. Er reagierte damit auf US-Präsident Donald Trump, der gedroht hatte, „den Job zu Ende zu bringen“, sollte keine Einigung erzielt werden. Araghchi verwies auf ein Zwischenabkommen, das Gewaltverzicht vorsieht.
Netanjahu warnt vor Kampfjet-Deal mit Türkei
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat vor einem Kampfjet-Deal zwischen den USA und der Türkei gewarnt. Er glaube nicht, dass Washington Ankara F-35-Kampfjets oder Triebwerke liefern solle, sagte er Fox News. „Das würde das Gleichgewicht der Kräfte im Nahen Osten stören.“ Bislang garantierten Israel und das US-Militär diese Balance. Zuvor hatte die Trump-Regierung den Verkauf von F-110-Triebwerken an die Türkei forciert.
Vier Tote bei israelischem Drohnenangriff im Libanon
Im Süden des Libanon sind bei einem israelischen Drohnenangriff vier Menschen getötet worden. Der Angriff richtete sich gegen ein Fahrzeug in Nabatieh. Aus Sicherheitskreisen hieß es, es handle sich um den schwersten Angriff dieser Art seit Wochen. Das israelische Militär prüft den Bericht. Trotz der Waffenruhe mit der Hisbollah greift Israel wiederholt Stellungen der Miliz an.
Maersk und Hapag-Lloyd kehren zum Suezkanal zurück
Die Reedereien Maersk und Hapag-Lloyd schicken ihre Schiffe wieder durch den Suezkanal. Maersk teilte mit, die Route werde nach einer Bewertung der Sicherheitslage im Roten Meer wieder aufgenommen. Wegen der Angriffe der Huthi-Miliz hatten die Reedereien das Rote Meer gemieden und Schiffe um Afrika herumgeleitet.



