BILD-Terrorismus-Experte Frank Schneider hat in einem Interview eine alarmierende Einschätzung zur aktuellen Sicherheitslage in Deutschland abgegeben. Nach dem Anschlag auf den Christopher-Street-Day (CSD) in Berlin warnte er vor einer Vielzahl unentdeckter Gefährder: „Hier laufen wirklich tickende Zeitbomben rum.“ Das Interview wurde am 28. Juli 2026 veröffentlicht.
Die aktuelle Bedrohungslage nach dem CSD-Anschlag
Der Anschlag auf den CSD in Berlin hatte bundesweit Bestürzung ausgelöst. Ein mutmaßlicher Islamist war mit einem Fahrzeug in die Menschenmenge gefahren und hatte mehrere Menschen verletzt. Die Polizei konnte den Täter später stellen. Schneider, der als Terrorismus-Experte für BILD arbeitet, sieht in diesem Ereignis nur die Spitze des Eisbergs. „Die Gefahr durch extremistische Einzeltäter ist nach wie vor sehr hoch“, so Schneider. Er betont, dass die Sicherheitsbehörden vor großen Herausforderungen stünden, da viele potenzielle Täter im Verborgenen agierten.
Gefahren des Extremismus laut Frank Schneider
Schneider zufolge handle es sich bei den „tickenden Zeitbomben“ um radikalisierte Personen, die von den Behörden bisher nicht erfasst werden konnten. Diese Personen zeigten oft keine offensichtlichen Anzeichen einer Radikalisierung und könnten jederzeit zuschlagen. Er verwies auf die zunehmende Verbreitung extremistischer Propaganda im Internet, die insbesondere junge Menschen anspreche. „Wir erleben eine Parallelwelt, in der Hass und Gewalt verherrlicht werden“, warnte der Experte. Die Aufklärung solcher Netzwerke sei extrem schwierig.
Reaktionen und Forderungen
Nach dem Anschlag hatten mehrere Politiker und Sicherheitsexperten eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze gefordert. Innenminister Dobrindt (CSU) kündigte bereits neue Maßnahmen an. Schneider mahnte jedoch, dass Gesetze allein nicht ausreichten. „Wir brauchen eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung, um Extremismus zu bekämpfen“, so der Terrorismus-Experte. Er plädierte für mehr Präventionsarbeit und eine bessere Ausstattung der Sicherheitsbehörden. Die Polizeigewerkschaft hatte zudem kritisiert, dass Datenschutzbestimmungen die Arbeit der Ermittler behinderten.
Ausblick
Frank Schneider warnte abschließend davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus sei nicht vorbei, sondern habe sich lediglich verändert. „Wir müssen wachsam bleiben und dürfen die Gefahren nicht unterschätzen“, sagte er. Der CSD-Anschlag sei ein weiterer Weckruf gewesen. Die Behörden müssten nun alles daransetzen, weitere Anschläge zu verhindern. Das Interview ist Teil der Berichterstattung von BILD zu dem Thema.



