Der Weltfußballverband Fifa wird nach Informationen von „Sky“ offiziell über die Aufhebung des Teilnahmeverbots für russische Nationalmannschaften und Vereinsmannschaften beraten. Anlass ist die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Sanktionen gegen russische Sportlerinnen und Sportler vorerst weitgehend zu beenden. Seit dem völkerrechtswidrigen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 sind alle russischen Fußballteams von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen.
Hintergrund des Verbots und aktuelle Entwicklung
Die Sanktionen gegen Russland wurden damals von der Fifa und der Europäischen Fußball-Union (Uefa) gemeinsam verhängt. Offiziell begründeten die Verbände den Ausschluss nicht mit dem Krieg selbst, sondern mit Sicherheitsbedenken, der Wahrung der Integrität des Wettbewerbs und einem reibungslosen Spielbetrieb. Russlands Männer-Nationalmannschaft bestreitet seitdem weiterhin Länderspiele abseits großer Turniere und wird in der offiziellen Fifa-Weltrangliste auf Rang 35 geführt. Das Gleiche gilt für die Frauen-Auswahl, die in der Weltrangliste den 27. Platz belegt.
Infantino spricht sich für Rückkehr aus
Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) hatte sich bereits im Februar für eine Rückkehr russischer Teams ausgesprochen. Auf die Frage, ob er sich eine Rückkehr vorstellen könne, antwortete Infantino deutlich: „Wir müssen das tun. Definitiv.“ Diese Aussage stieß in der Ukraine auf Unverständnis und wurde scharf kritisiert. Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass für die U15-Weltmeisterschaft vom 22. bis 31. Oktober in Aserbaidschan alle Mitgliedsverbände eingeladen sind – inklusive Russland und Belarus.
IOC hebt Sanktionen auf
Am Dienstagnachmittag hatte die IOC-Spitze in Lausanne entschieden, die Sanktionen gegen russische Sportlerinnen und Sportler aufzuheben. Die bisher geltenden Beschränkungen für die Teilnahme an internationalen Wettbewerben sind außer Kraft gesetzt – auch im Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles. Für eine Teilnahme müssen die Athleten jedoch die Anforderungen im Anti-Doping-Kampf erfüllen: Jeder russische Athlet muss sich mehreren Tests unterziehen, bevor er wieder an internationalen Wettkämpfen teilnehmen darf.
Auswirkungen auf den Fußball
Sollte die Fifa das Verbot aufheben, könnten russische Nationalmannschaften und Vereine wieder an internationalen Turnieren wie der Europameisterschaft oder der Champions League teilnehmen. Die Entscheidung des IOC gilt als wegweisend, auch wenn die Uefa bisher keine Signale für eine Lockerung der Sanktionen gegeben hat. Die Ukraine und ihre Verbündeten haben wiederholt vor einer Normalisierung der Beziehungen zu Russland im Sport gewarnt.



