Nächtlicher Angriff auf Kiew
Mitten in der Nacht zu Donnerstag haben mehrere Explosionen die ukrainische Hauptstadt Kiew erschüttert. Immer wieder heulten die Sirenen, Luftalarm hallte durch die Straßen. Im Zentrum der Stadt stieg Feuer auf, eine dichte Rauchwolke legte sich über den Ort der Einschläge. Feuerwehrwagen und Krankenwagen jagten durch die Dunkelheit.
Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram: „Kiew steht unter Beschuss durch ballistische Raketen und Drohnen.“ Russland greife „die ganze Stadt“ an. Eindringlich rief Klitschko die Menschen auf, Schutzräume aufzusuchen und dort vorerst auszuharren.
Fünf Verletzte und Brände
Mindestens fünf Menschen wurden verletzt, wie Klitschko mitteilte. Sie hätten sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Mehrere Wohngebäude wurden getroffen. In einem beschädigten neunstöckigen Wohnhaus seien Menschen eingeschlossen, das Dach eines weiteren Hochhauses stehe in Flammen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichtete von mehreren Explosionen in der Stadt. Auch das Dach eines Hotels am zentralen Schewtschenko-Boulevard geriet in Brand.
Selenskyj verkürzt Irland-Besuch
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor vor einem nächtlichen Angriff gewarnt. Seinen Aufenthalt in der irischen Hauptstadt Dublin, die er zum Beginn der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft Irlands besucht hatte, habe er deshalb verkürzt. Auf inoffiziellen Telegram-Kanälen veröffentlichte Bilder zeigten, wie Anwohner in U-Bahn-Stationen Schutz suchten.
Hintergrund: Anhaltende Angriffe
Seit mehr als vier Jahren überzieht Russland die Ukraine nahezu Nacht für Nacht mit Raketen- und Drohnenangriffen. Erst am Mittwoch hatte Selenskyj unter Berufung auf Geheimdienstinformationen vor einem massiven Angriff gewarnt.



